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Vorbild Camembert: ETH-Forscher entwickeln "lebendes Material"



Fressen statt gefressen werden: Wissenschaftler der ETH Zürich haben einen Edelschimmelpilz, wie wir ihn gerne im Käse mögen, nach dem Sandwich-Prinzip zwischen zwei Kunststofffolien geklemmt. Von dort aus verputzt er bestimmte Essensflecken, da die Poren der oberen Membran den Austausch von Nährstoffen und Gasen erlauben, ohne den Pilz entwischen zu lassen. Den neuen Werkstoff aus Polymeren und lebenden Organismen nennen seine Erfinder folgerichtig «Living Material». Er ist weniger als einen halben Millimeter dünn, flexibel, abwischfest und langlebig. Die Inspiration lieferte die Weißschimmelschicht des Camemberts, die den Käse vor unerwünschten Mikroorganismen schützt. Da liegt der Einsatz für antimikrobielle Oberflächen in Krankenhäusern natürlich nahe, und die Wissenschaftler denken darüber hinaus auch über weitere Sandwichbeläge und andere Anwendungen nach: Würde man statt Pilzen sauerstoffproduzierende Algen einbinden und mit dieser Algenfolie Hochhäuser beschichten, könnten die Türme die CO2 abbauende Funktion eines Waldes wahrnehmen.

Bild (Lukas Gerber / ETH Zürich): "Illustration des «lebenden Materials» nach dem Sandwich-Prinzip. Untere Schicht: Trägerfolie aus Kunststoff; mittlere Schicht: Schimmelpilz; obere Schicht: poröse Schutzfolie aus Kunststoff; darauf: Essensfleck/Nahrung für den Schimmelpilz".

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