Schon mal versucht, eine fleischfressende Venusfliegenfalle mit kleinen Hackfleischklümpchen zu füttern? Es funktioniert nicht. Warum das so ist, haben jetzt Pflanzenwissenschaftler der Universität Würzburg entdeckt: Die Pflanze kann zählen.

Die Venusfliegenfalle entscheidet anhand der Zahl der Berührungen, ob die Falle zuschnappt und ob die Verdauungssäfte fließen. Eine einzelne Berührung wertet sie noch als Fehlalarm, aber schon bei der zweiten klappt sie zu. Sobald das Insekt in der Falle zappelt und dabei einzelne Sinneshaare berührt, aktiviert die Pflanze bei fünf und mehr Signalen Verdauungsenzyme.

Und sie zählt weiter. Denn damit sie die Insektensuppe später aufnehmen kann, muss sie zusätzlich Transportmoleküle ankurbeln. Wieviele es sein müssen, berechnet sie im Voraus anhand der Berührungen: je üppiger das Beutetier, umso heftiger die Gegenwehr. „Die Anzahl der Berührungen informiert sie über Größe und Nährwert der Beute", sagt der Biophysiker Rainer Hedrich der BBC. „Das ermöglicht der Venusfliegenfalle, Kosten und Nutzen der Jagd abzuwägen." Ein Video dazu könnt ihr euch hier ansehen.

 

Endlich geklärt: Warum Venusfliegenfallen kein Hackfleisch fressen