Apple hat gestern der Mini-DAW GarageBand ein großes Update spendiert. Version 2.1 – erhältlich nur für iOS-Geräte – optimiert die App nicht nur erstmals für das iPad Pro, sondern rückt mit "Live Loops" auch die Dance Music erstmals in den Fokus. Dank eines neuen Interfaces – einer Mischung aus den guten, alten Drumpads der MPC und einer von Ableton Live inspirierten Session View – können hier nach Lust und Laune Samples abgefeuert werden. Die Algorithmen regeln den Rest: Timing, Tonhöhe etc: Darum muss man sich keine Gedanken machen. Ganz wie Avicii. Yeah! Musikalische Schwerpunkte: Dubstep, EDM, HipHop, aber auch Rock. Der Grundstock an mitgelieferten Samples kann dafür verwendete werden, eigene Skizzen und Sounds zu erstellen. Auch neu: frische Drumkits inklusive Automation und Loop-Vorschlägen, sowie Bassverstärker. Das Update – jetzt wird's spannend – ist auf iOS-Geräten mit mindestens 32 GB Speicher kostenlos. Wer weniger hat, muss zahlen (4,99 €). Wer weniger hat, sollte aber im Zweifel auch nicht installieren, das Update schlägt ob der Samples mit 1 GB zu Buche.

Dazu kommen zahlreiche Verbesserungen von GarageBand allgemein. Wer ein aktuelles iPhone hat, kann 3D Touch nutzen. Bis zu 32 Audiospuren kann GarageBand nun auf neueren Geräten gleichzeitg verarbeiten, PlugIns von Drittanbietern lassen sich einbinden, Automationen sind besser integriert und Projekte lassen sich an iCloud Drive übergeben.

Die neue App "Musikmemos" hat zwar einen etwas bescheuerten Namen, scheint nach kurzem Ausprobieren auf dem iPhone jedoch tatsächlich gut zu funktionieren. Das Programm soll Musikerinnen und Musikern dabei helfen, Ideen unterwegs schnell und unkompliziert festhalten zu können. App geöffnet, kurze Phrase eingesungen oder eingespielt, den Rest regelt die Software. Apple nutzt hier die in den vergangenen Jahren eingeführten Features der tonalen und rhythmischen Analyse, vor allem in Logic. Die Aufnahmen werden von den Algorithmen begutachtet und dann von einer virtuellen Band gepimpt. Konkret geht es um Bass und Schlagzeug, immer im Takt, harmonisch korrekt. Die so aufgenommenen Skizzen können in GarageBand oder Logic importiert und dort erweitert bzw. finalisiert werden. Die Visualisierung der Analyse ist so beeindruckend wie korrekt. Tonarten werden genauestens erkannt und in einem übersichtlichen Interface – selbst auf dem iPhone – tatsächlich gut und überzeugend dargestellt. "Musikmemos" ist kostenlos erhältlich.

 

Apple macht Musik: GarageBand wird Großraumdisko, neue App "Musikmemos" macht iPhone zur automatisierten Band