Weiter zur Homepage

AOL Tech

Moto X: Revolution oder Mittelklasse mit Realitätsverzerrung? (Videos)



Es steht ja bislang kein Datum für ein Release des Moto X in Deutschland fest, falls es überhaupt weltweit verkauft werden soll, aber dennoch ist steht die Frage im Raum, warum die Aufregung. Vor seiner Ankunft wurde das Moto X gerne als Über-Smartphone gefeiert. Die Wiederauferstehung von Motorola, dem einstigen Weltmarktführer, featuring Google. Jetzt, wo die ersten es in den Händen halten, ist die Verwirrung groß. Ja. Es ist in den USA zusammengebaut, das dürfte schon mal für Stolz sorgen und ist ein Trend den man in letzter Zeit bei Apple und Google öfter beobachtet. Vielleicht ist auch das ein Grund dafür, dass mit dem Handy dort etwas anders umgegangen wird.

Man kommt nicht drumherum, sich über die Erklärungen, die man manchmal als Rechtfertigungen empfindet, warum es das tollste Smartphone der Welt sein soll, zu wundern. Mit Vertrag kostet es in den USA 199$, soviel wie ein High-End-Smartphone, die Spezifikationen aber sagen deutlich gute Mittelklasse. Kein 1080p, fast klassischer S4 Prozessor, keine Mega-Phablet-Größe, kein massiv bearbeitetes Android (4.2.2) mit irren Features. Man ist nicht selten versucht zu sagen, ja, Motorola macht jetzt ein Smartphone wie Apple. Teuerer im Vergleich, dafür aber mit ungreifbaren Qualitäten.


Andere kümmern sich nicht um die Innovation, haben keine Vorstellungskraft, die anderen Smartphones sind nicht so wirklich smart, das sind die Ansagen von Rick Osterloh und man hört Steve Jobs deutlich heraus.

Und was hat Moto X nun was alle anderen (die billiger sind) nicht haben? Da fängt es an etwas schwammig zu werden. Motorola verspricht erst Mal eine Laufzeit von 24 Stunden mit seiner 2,200mAh Batterie, die nicht so irre groß ist. Das soll ermöglicht werden, durch die beiden Prozessoren die sich um die "always-on" Spracheingabe und Sensoren kümmern und eben kein HD-AMOLED. (Sieht eh keiner den Unterschied sagt Osterloh). Muss sich aber erst noch zeigen.



Die zweite "Sensation" ist die Konfiguierbarkeit über die Moto Maker Webseite, die es aber vorerst nur bei AT&T geben soll (andere sollen aber folgen). Die Vorderseite gibt es in schwarz oder weiß, es gibt 7 verschiedene Farben für die Tasten und den Kameraring, 18 für die Rückseiten incl. Holzfuniere (auch die gibt es erst später), die Möglichkeit einer Gravur und 16 & 32GB Versionen. Rechnerisch sind das eine Menge, bei anderen Smartphones muss man dafür weniger elegant auf die endlosen Cover zurückgreifen.



Die dritte Sensation sind die energiesparenden Zusatzprozessoren für konstante Spracherkennung und Sensoren. Die Spracherkennung muss auf den jeweiligen Nutzer eingepegelt werden, damit nur sein "Okay Google Now" vom Telefon erkannt wird, und nicht etwa jemand anders rumliegende Moto X so aktivieren kann um sie via Spracheingabe zu steuern. Wir sind gespannt ob das 100% funktioniert, denn wenn nicht haben wir ein großes Sicherheitsloch. Kein Wunder, dass das Promo-Video (nach dem Break) dann auch die Hauptnutzungsmöglichkeit ins Bett verlegt, wo man möglicherweise wirklich zu faul ist, das Telefon zu entsperren bevor man die Spracherkennung aktiviert und auch selten mehr als eine andere Person rumliegt.





Was die Sensoren betrifft, sind die Auskünfte etwas spärlich. Wenn man das Telefon im Ruhezustand nach oben dreht, wird ein stromsparender Bildschirm gezeigt mit Zeit und einer Auskunft darüber ob man irgendwelche Notifikationen bekommen hat. Mit einem nicht gerade unfehlbaren Dreifach-Dreh des gesamten Smartphones kann man die Kamera anschalten ohne den Touchscreen berührt zu haben. Und man kann z.B. automatisch in Auto-Modus umschalten lassen, wenn das Smartphone erkennt, dass man Auto fährt, es kann aber nicht unterscheiden ob man selbst fährt, oder der Taxifahrer. Aber was kann man noch? Gibt es vielleicht eine API für diese Sensoren? Eine Art IFTTT (If This Then That) könnten wir uns ja ganz nützlich vorstellen und wäre auch ganz im Sinne dieses so explizit für den Nutzer gemachten Smartphones, aber da wir nirgendwo etwas davon gehört haben, rechnen wir nicht damit.


Bildergalerie: Hands-On: Moto X




Kommt das Konzept von Moto X in den USA gut an, egal ob man Probleme hat es wirklich gut zu erklären, dann dürften allein die ungewöhnlich hohen Gewinnmargen Motorola wieder nach vorne bringen. Ob es aber die anvisierten iPhone und Galaxy-Käufer wirklich überzeugt steht in den Sternen. Sieht man sich die Kommentare in den einschlägigen großen Gadget-Webseiten an, überwiegt die Kritik, aber das ist ja auch explizit kein Telefon für Nerds, sondern eins für leicht patriotische lifestylebewusste Mittelklasse der USA.

Die Werbevideos von Motorola zu den einzelnen Funktionen nach dem Break.




Passende Beiträge

Thread abonnieren

Leserkommentare (Seite 1 von 1)



Die Neusten Galerien