Rund anderthalb Jahre nach der Markteinführung in den USA kommt die Lichtfeldkamera Lytro nun auch nach Europa. Ab dem 15. Juli ist sie in Deutschland, Österreich und der Schweiz erhältlich, der Preis für das 8GB-Modell liegt bei 479 Euro. Diese Version speichert rund 350 Bilder und ist in den Farben pink, graphit und und blau erhältlich. Die rote Lytro bringt es auf 16 GB internen Speicher, kann rund 750 Bilder speichern und geht für 579 Euro an den Start. Wir hatten bereits die Möglichkeit, die Lichtfeldkamera kurz auszuprobieren und haben von Lytro-Mitarbeiter Josh Anon außerdem einen Einblick in die Funktionsweise und auch die Zukunft des kalifornischen Startups bekommen. Mehr hinter dem Klick.

Hands-On: Lichtfeldkamera Lytro

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Die Lytro nimmt Bilder mit elf Megaray auf. In dieser Einheit misst der Hersteller das Lichtfeld, das Fotografen eine neue Art von Bildern zur Verfügung stellt. Ausgestattet mit einem achtfachen optischen Zoom und einer konstanten Blende F2, können die Aufnahmen im Nachhinein manipuliert werden. So lässt sich im fertigen Bild nachträglich fokussieren, außerdem kann mit dem perspective shift eine Art animiertes GIF generiert und auch auf den üblichen Plattformen verteilt werden. Unterstützt werden aktuell zum Beispiel Facebook, Twitter und Google+. Um die Bilder dort einzubinden, müssen sie auf die Server von Lytro geladen werden, wo ein Einbettungs-Code generiert wird. Das funktionierte bislang nur über den Client für OS X und Windows, seit kurzem steht auch eine App für iOS zur Verfügung, die via WiFi die Bilder der Kamera direkt entgegennehmen und hochladen kann.


Die WiFi-Funktionalität wurde der Lytro mit einem Firmware-Update spendiert, genau wie der Parallax-Effekt. Die Hardware der Kamera, so Josh Anon, sei so ausgelegt, dass zusätzliche Features nicht zwingend neue Hardware erfordern, sondern per Software integriert werden können. Die Grenze sieht er aktuell beim Thema Video. Lytro hält die nötigen Patente und natürlich würde man über Videofunktionalität bereits nachdenken, ob der aktuell verbaute Prozessor mit den Datenmengen umgehen könne, sei fraglich.


Die Bedienung der Lichtfeldkamera geht einfach und problemlos vonstatten. Das 214 Gramm schwere Gerät verwendet einen 1,52" großen Touchscreen als Sucher, über Swipes kann das Intrface erreicht werden. Der Auslöser liegt auf der Oberseite der Kamera, streicht man über die im Bild erkennbaren Kerben, wird gezoomt. Weitere Details: Der fest verbaute Akku soll für sechs Stunden kontinuierliches Fotografieren halten, die ISO-Werte liegen zwischen 80-3.200, die Veeschlusszeiten zwischen 1/250s - 8s und die Breinnweite bei 6,45mm - 51,4mm.


Das Display selbst ist mit seiner Auflösung von nur 128 x 128 Pixeln und enttäuschenden Betrachtungswinkeln ein großes Manko der Lytro, das anderthalb Jahre nach Marktstart der Kamera problemlos mit einem Hardware-Update hätte behoben werden können. Die schiere Größe und schlechte Auflösung des Screens geben die eigentliche Qualität der Bilder in keinster Weiser wieder. Das muss man wissen, wenn man zum ersten Mal mit der Lytro experimentiert. Der für eine Kamera ungewöhnliche Formfaktor ist jedoch unproblematisch. Das Gerät liegt gut in der Hand, der gummierte Teil bietet ausreichend Halt.


Die Lytro wird zunächst exklusiv über die Läden der Ringfoto-Gruppe vertrieben, weitere Einzelhändler sollen folgen. Ein Ausprobieren lohnt auf jeden Fall, ob man die 479 Euro wirklich investieren will, muss jeder für sich entscheiden. Die - nicht neue - Technologie wäre natürlich auch für andere Geräte interessant, allen voran Smartphones. Lytro kann sich Kooperationen vorstellen, andere Hersteller sind bereits mitten in der Entwicklung.

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Lichtfeldkamera Lytro: Ab dem 15. Juli in Deutschland erhältlich, 479 Euro (Hands-On)
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