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Ears-On: Marshall Monitor


Mitte Januar hatte Marshall die Erweiterung der Kopfhörer-Reihe angekündigt, jetzt ist der Monitor im Handel verfügbar. Für 200 Euro soll der Neuling fulminanten Sound im HiFi-Segment liefern, mit druckvollem Bass, klaren Höhen und entspanntem Tragekomfort. Bonus: Der Klang lässt sich - wenn auch nur rudimentär - euren Hörgewohnheiten anpassen. Alles klar? Dann setzen wir uns den Monitor mal auf.



Der Monitor ist der dritte Kopfhörer der Marshall-Reihe: Der Major ist als Allrounder gedacht und mit 100 Euro auch deutlich preiswerter als der Monitor. Noch preisgünstiger sind die InEars, Minor, mit denen wir leider nicht so recht warm wurden. Jetzt also der Angriff auf die Couch. HiFi. Wobei der Monitor genauso universell einsetzbar scheint. Die Bauweise ist sehr kompakt und außerdem geschlossen. Das Spiralkabel relativ kurz und damit für den mobilen Einsatz prädestiniert, eine Fernbedienung mit Freisprecher ist ebenfalls integriert. Dafür fehlt das, was man eigentlich als gesetzt für den heimischen Einsatz erachten würde: der Adapter auf große Klinke.


Die Verarbeitung des Monitor gefällt uns ausgesprochen gut. Der Kopfhörer wirkt robust und ist gleichzeitig mit feinen visuellen Details ausgestattet. Die Rechts/Links-Beschilderung zum Beispiel ist nicht im Kunststoff selbst, wie sonst üblich, aufgeprägt, sondern mit kleinen aufgeschraubten Metallplättchen umgesetzt. Die Ohrmuscheln haben eine feine Textur, die an die alten Verstärker der gleichen Marke erinnern, eine Textur, die sich auch auf dem Bügelüberzug findet.


Die sehr kompakte Bauweise schlägt sich erfreulicherweise nicht im Tragekomfort nieder. Der Monitor sitzt fluffig leicht auf dem Kopf und hat dabei die genau richtige Spannung, um nicht zu verrutschen. Das Kabel kann in beide Ohrmuscheln eingesteckt werden, in die jeweils freie kann sich ein weiterer Kopfhörer einklinken. Ein Feature, das wir als ZoundPlug bereits von anderen Kopfhörern des Herstellers Zound Industries kennen. Denn machen wir uns nichts vor: Die Marshall-Kopfhörer sind kaum mehr als eine Marken-Lizenz, also vor allem cleveres Marketing.


Ebenso wichtig wie der Tragekomfort ist bei Kopfhörern natürlich der Sound. Und genau der führte zu Beginn unserer Testphase zu leichten Irritationen. Klang ist etwas sehr Persönliches, über das Ja oder Nein für ein bestimmtes Produkt entscheidet letztendlich immer der eigene Geschmack und natürlich auch die Musikauswahl: Der Monitor erschien uns beim ersten Ausprobieren etwas mumpfig, sprich hatte zu wenige Höhen und dafür einen je nach Musik zu stark betonten Bass. Das hängt mit dem implementierten F.T.F.-System zusammen, mit dessen Hilfe der Klang des Monitor an eure Vorlieben angepasst werden kann. Wir kennen das System von anderen Herstellern, beim neuen Marshall ist jedoch etwas mehr Hands-On gefragt: ganz der Rocker eben. Unterhalb der Ohrpolster befindet sich je ein Stoffläppchen aus Filz-ähnlichem Material, das auf den eigentlichen Lautsprechern sitzt. Ein Filter für, laut Hersteller, warmen und entspannten Sound. Genau diese Läppchen produzieren einen Sound, der unserer Meinung nach die tiefen Frequenzen zu stark betont und oben zu früh absenkt. Entfernt man die kleinen Stoffbahnen, glaubt man, einen komplett anderen Kopfhörer zu verwenden. Deutlich ausgewogenerer Sound, die Höhen sind klar, der Bass immer noch ausreichend präsent. Wie gesagt, wie man den Monitor am besten verwendet, ist und bleibt Geschmackssache, für uns war die Frage aber schnell beantwortet. Dieser "Umbau" geht schnell und völlig problemlos vonstatten. Die Ohrpolster werden von Magneten gehalten und sind so in Windeseile abgenommen und wieder aufgesetzt. Auch das Entfernen der Filter ist ein Kinderspiel: Hier müsst ihr keinerlei Konfusion befürchten.


Auslieferungszustand: Monitor mit Filter


Für klarere Höhen und weniger Bassdruck: Monitor ohne Filter

Der Marshall Monitor hat uns ausgesprochen gut gefallen. 50 Euro weniger wären toll, aber lasst uns abwarten, wie sich der Preis wirklich entwickelt. Gute Passform, die auch nach längerem Tragen nicht lästig wird oder kneift und ein rundum gelungener, sehr gradliniger Klang sind die beiden Argumente für den Kopfhörer. Gegen Monitor könnte sprechen, dass man sich links und rechts kein Marshall-Logo tätowieren lassen oder generell mit der leichten Retro-Optik nicht anbandeln möchte. Sehen ja zum Glück nur die anderen. Bleibt die Frage, wie es bei Marshall weitergeht. Mister, Manager? Wohl kaum. Monster? Schon vergeben. Lassen wir uns überraschen.

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