Urbanears
haben erst kürzlich den DJ-Markt für sich entdeckt, mit dem Slussen soll jetzt das iPhone und der iPod touch zur DJ-Zentrale werden. Auf der CES angekündigt, tröpfelt der kleine Stecker aktuell in die Läden, 15 Euro kostet er. Wir haben uns den Stöpsel angeschaut.

Urbanears Slussen: Hands-On

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Urbanears Slussen: Pressebilder

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Slussen - wie alles von Urbanears in diversen Farben erhältlich - wird in den Kopfhörerausgang des iPhone gesteckt und bietet zwei Anschlüsse. Einen für den Kopfhörer, einen zweiten für einen Lautsprecher. Das Stereosignal wird also in 2 Mal Mono aufgesplittet, was das Einsatzgebiet des Slussen von vornherein auf Hobbykeller und Wohnzimmer beschränkt und Clubs außen vor lässt. Für die Couch oder die Geburtstagsfeier in kleiner Runde ist die Urbanears-Lösung aber akzeptabel, zumal man sich mit der Anschaffung nicht in den finanziellen Ruin stürzt. Slussen selbst ist solide gearbeitet, die beiden Ausgänge für Kopfhörer und Anlage sind deutlich gekennzeichnet, über den 3,5mm-Klinkenstecker kann außerdem eine Schutzabdeckung gestülpt werden, die wiederum mit einem Ring für den Schlüsselbund versehen ist. Das verleiht Slussen eine putzige "Allzeit bereit"-Prämisse.


Um den DJ-Stecker auch adäquat zu verwenden, benötigt man die kostenlose App, die im Moment leider nur für iOS vorliegt. Aktuell ist das Programm außerdem lediglich für iPhone und iPod touch optimiert, auf dem iPad wird es durch die bekannte Skalierung von Telefon-Apps sehr pixelig. Die App selbst kommt im DJ-üblichen Design. Oben können die beiden Decks mit Tracks belegt werden, darunter befindet sich eine kleine Wellenform-Darstellung. Werden die Stücke erstmals geladen, werden sie von der App analysiert, damit die Sync-Funktion auch funktioniert. Die Analyse geht angemessen schnell vonstatten (getestet haben wir auf einen iPhone 5). Um in den Stücken selbst die Position zu wechseln, lassen sich entweder die Vor- und Rückspul-Knöpfe verwenden oder natürlich die emulierten Plattenteller. Man kennt das aus vergleichbaren Apps: Sonderlich praktisch ist das nicht. Auf so kleinem Screen verlässt man sich besser auf die Sync-Funktion. In der Wellenform selbst kann auch gescrobbelt werden. Das ist allerdings unter Umständen gefährlich. Stellen wir uns vor, wir laden einen neuen Track und springen in der Wellenform gleich zur Mitte vor, um eine bestimmte Stelle zu hören. Entscheidet man sich dann doch für einen anderen Track, bleibt der Cursor mittig stehen, ergo startet die App das Stück bei Minuten 3.45. Egal. Wichtiger zu erwähnen ist, dass die EQs mittig in den Plattentellern versteckt sind.

Urbanears Slussen: iOS App

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Die Besonderheit der App ist die Abstimmung auf Slussen. So stehen unterschiedliche Ausgabemodi zur Verfügung. In der Grundeinstellung gibt die App einfach das Stereosignal der Kopfhörerbuchse aus. WYSIWYG. Drückt man auf das Kopfhörersymbol in der App, lässt sich der Split-Modus aktivieren. Fortan stehen zwei Corssfader zur Verfügung. Einer, der das Mischverhältnis für den Kopfhörer regelt, und einer für den Lautsprecher. Das sieht auf den ersten Blick ein wenig fitzelig aus, funktioniert in der Bedienung dann aber doch überraschend gut. So kann das Cueing über den Kopfhörer geregelt und die richtige Stelle abgewartet werden, erst dann schiebt man den neuen Track im Mix auf den Lautsprecher. Alles prima also? Leider nein.

Denn die App - sie setzt iOS 6.0 voraus, wir haben Version 1.02 verwendet, veröffentlicht am 13. Februar - ist aktuell noch ziemlich buggy. Abstürze sind an der Tagesordnung und laufen leider nicht nach einem nachvollziehbaren Schema ab. Mal lässt sich ein zweiter Track laden, mal stürzt die App genau dabei ab. Mal kann man den Crossfader wie ein Turntableist missbrauchen, mal nicht. Mit so einer Unzuverlässigkeit kann man nur sehr schwer in den Mix eintauchen. Wir werden beobachten, wie schnell Urbanears hier mit Updates nachbessert. Passiert das nicht, ist das ganze Konzept, das wir immer noch sympathisch finden, zum Scheitern verurteilt. Wird die APP jedoch überarbeitet, steht dem Party-Spaß eigentlich nichts mehr im Weg.

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Review: Urbanears Slussen macht aus iPhone und Co eine kleine DJ-Kanzel
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