
Auf das iPad 4 haben nicht viele gewartet, denn bei Apples Vorstellungslawine am 23. Oktober hat es neben dem iPad mini und den neuen iMacs dann doch eher eine Nebenrolle gespielt. Geärgert haben sich die gerade frischgebackenen iPad 3-Käufer, denen schon ein halbes Jahr nach dessen Erscheinen ein Nachfolgemodell präsentiert wurde. Wir haben das 64 GB WiFi-Modell für euch unter die Lupe genommen.
Unterschiede zum iPad 3
Äußerlich gibt es genau einen Unterschied zum iPad 3: den neuen Dock Connector im Lightning-Format, wie ihn auch das iPhone 5 und der iPad mini haben. Der ist, mal abgesehen davon daß man diverses bereits vorhandenes Zubehör wie Docks in den meisten Fällen leider nicht mehr benutzen kann, im täglichen Umgang durchaus praktischer als sein fitzeliger Vorgänger. Die übliche Adapter-Armada gibt es auch für den neuen Anschluss, bisher allerdings nur von Apple und zu einem entsprechend hohen Preis.
Der Lightning Connector ist wesentlich kleiner als der Dock Connector, aber auch robuster und einfacher zu stecken, denn er funktioniert beidseitig. Die neue Technik soll auch das Übertragen von Daten zum Rechner schneller machen, was aber im Vergleich zum iPad 3 nur einen geringen Geschwindigkeitsvorteil bei mehreren Gigabyte Transfervolumen bringt. Deutlich schneller geht dagegen das Importieren von Fotos und Videos von Kameras über das Camera Connection Kit, hier braucht das iPad 4 im Vergleich zum auch schon recht flotten iPad 3 nur halb so lang. Ansonsten ist fast alles wie beim iPad 3: hochauflösendes Retina Display mit 2048 x 1536 Pixeln (aber etwas mehr Kontrast), 9,5 mm dick und sogar das Gewicht ist bei der von uns getesteten WiFi-Version exakt gleich, nämlich 632 Gramm.

Schnelleres Netz im Hotspot
Apple hat beim iPad 4 den Dual-Band WLAN-Standard 802.11a/b/g/n eingeführt, der neben dem 2,4 GHz-Band auch das weniger genutzte 5-GHz-Band unterstützt. Zuhause führt das nicht zu wirklich spürbaren Verbesserungen, in vollen Hotspots unterwegs kommt man dagegen eher und gegebenenfalls schneller zum Zuge.
Akkulaufzeit
Das iPad 3 brauchte relativ lang zum Aufladen des Akkus und liegt auch in der Gesamtlaufzeit noch hinter der des iPad 2. Das Problem hat Apple beim iPad 4 anscheinend gelöst: trotz mehr Leistung hält das iPad 4 erstaunlicherweise länger durch (bei mittlerer Helligkeit knapp zehneinhalb Stunden), und auch die Dauer des Ladevorgangs liegt im Rahmen von iPad 1 und iPad 2. Dabei entwickelt es wie das iPad 3 eine gewisse Wärme, ohne aber wirklich unangenehm heiss zu werden.
Kameras
Das neue neue iPad kommt mit der vom iPad 3 bekannten 5-Megapixel Kamera und einer 1,2 Megapixel FaceTime HD, die damit sichtbar höher auflöst und etwas lichtempfindlicher ist als die VGA-Kamera des iPad 3. Bei der Fotoqualität hat sich nichts geändert, wie gehabt lässt sich bei ordentlichen Lichtverhältnissen gut fotografieren, je dunkler es wird, desto mehr rauscht das Bild. Trotzdem macht das Fotografieren deutlich mehr Spass: der Auslöser ist schnell genug für Serienbilder in rascher Folge und wenn man sich an das seltsame Gefühl gewöhnt hat, sich beim Fotografieren ein Tablet vor die Nase zu halten, ist das iPad 4 für den schnellen Schnappschuss zwischendurch durchaus geeignet. Neue Funktionen für die Kamera-App gibt es allerdings nicht, Panorama- oder HDR-Modi sucht man weiterhin vergeblich.
Speed
Das neue neue iPad ist das schnellste iPad bisher, und zwar mit großem Abstand, auch schneller als das iPhone 5. Der A6X ist die hochgetaktete Version des A6 vom iPhone 5, der hier mit 1,39 GHz läuft statt mit 1 GHz, aber auch die GPU ist neu. Apple hat im iPad 4 eine Quadcore-PowerVR SGX554MP4 eingebaut, die auch die Grafikperformance des Nexus 10 in Sachen 2D und 3D noch toppt, was allerdings in der Praxis von äußerst wenigen Apps genutzt wird. Aber Prozessor und Grafik sind nicht die einzigen Verantwortlichen für die höhere Geschwindigkeit, denn auch der Zugriff auf den Flash-Speicher und den Arbeitsspeicher wurde verbessert. So ist die Lesegeschwindigkeit vom eingebauten Speicher mit 165 MB/s doppelt so hoch wie beim iPad 3 mit knapp 80 MB/s, der mit 1 GB gleich große Arbeitsspeicher wird ebenfalls um ein Viertel schneller ausgelesen.
| Geekbench | Ergebnisse |
| Apple iPad 4 | 1767 |
| Apple iPad 3 | 755 |
| Apple iPad 2 | 721 |
| Apple iPad | 468 |
| Apple iPhone 4S | 623 |
| Apple iPhone 4 | 375 |
| Linpack | Mflop/s |
| Apple iPad 4 | 657,11 |
| Apple iPad 3 | 132,66 |
| Apple iPad | 24,29 |
Der Geschwindigkeitszuwachs im Vergleich zum iPad 3 macht sich aktuell vor allem durch schnelleres Laden von Apps (bei FIFA 13 ungefähr vier Sekunden), etwas schnelleres Aufbauen der Seiten in Safari und beim Importieren von Fotos und Videos bemerkbar.
Angesichts der Geschwindigkeit, die das iPad 4 vorlegt, wird allerdings auch deutlich, daß das iOS in seiner jetzigen Form dringend mal eine Renovierung bräuchte, denn die einzige Bremse für flottes Arbeiten ist inzwischen das Betriebssystem geworden, das langsam im Vergleich zu Jelly Bean und Windows Phone 8 reichlich angestaubt wirkt.
Wer braucht´s?
Der Tablet-Kauf ist nach wie vor zuerstmal eine Frage der Plattformvorlieben, insofern ist es auch schwer, Einsteigern eine eindeutige Empfehlung zu geben. Apple hat mit dem iOS App Store mit Abstand die meisten Apps im Angebot und mit dem iPad 4 das derzeit schnellste Tablet, in dessen Entwicklung auch schon ein paar Jahre Erfahrung stecken, was man unter anderem an der solideren Verarbeitung merkt.
Google ist mit dem Nexus 10 von der Geschwindigkeit her allerdings beinahe gleichauf, das Display löst etwas höher auf und auch das App-Angebot von Google Play wächst zusehends. Preislich ist das Nexus 10 günstiger, die 16 GB-Variante bekommt man für 399 Euro (wenn sie denn gerade lieferbar ist), beim iPad geht es in der kleinsten Variante mit ebenfalls 16 GB wie gehabt erst bei 499 Euro los.
iPad 3-User mit jeder Menge Zubehör, die die bessere Performance nicht benötigen, brauchen wohl auch kein iPad 4. Tatsächlich gibt es noch kaum Apps, die die zusätzliche Prozessorpower wirklich nutzen, aber das dürfte sich schon bald ändern. Wer zum Beispiel beim Musikmachen mit dem iPad gern viele Apps geöffnet hat, profitiert zwar nicht von mehr Arbeitsspeicher, aber schon vom Plus an Geschwindigkeit, gleiches gilt für das Editieren von Videos oder das Spielen grafisch aufwendiger Games wie Need for Speed Most Wanted, N.O.V.A. 3 oder Infinity Blade 2. Auch für professionelle Fotografen dürfte das Ipad 4 interessant sein, schnell lassen sich auch im RAW-Format geschossene Fotos auf dem iPad überprüfen und präsentieren. Upgradewillige Besitzer der ersten und zweiten Generation haben durchaus Grund zum Wechseln, denn der Geschwindigkeitszuwachs ist schon enorm. Apple erfindet mit dem iPad 4 das iPad zwar nicht neu, führt das noch immer erfolgreichste 10-Zoll-Tablet aber souverän in die Gegenwart und nahe Zukunft.



















Leserkommentare (Seite 1 von 1)
Zero @ Nov 25th 2012
Also ich bin sowas von begeistert von meinem iPad 4 das ich es nächste Woche direkt eintauschen kann weil der touchscreen selbständig Texte schreibt und Apps öffnen voll zum Kotzen.
me2 @ Nov 25th 2012
Punkt, Punkt, Komma und Strich,
dann wird dein Text auch leserlich! ;)
Bary03 @ Jan 29th 2013
Hallo,
was ist den aus deinem Touchscreen-Problem geworden?
Habe das gleiche Phänomen nach 3 Wochen Nutzung und dem Support fällt nur ein vergebliches Rückversetzten in den Werkszustand ein.
Wenn das Teil nicht so teuer wäre würde ich es aus dem fenster schmeißen...
Jan @ Nov 25th 2012
Zitat: "Upgradewillige Besitzer der ersten und zweiten Generation haben durchaus Grund zum Wechseln"
Irgendwie traurig, das iPad 2 ist noch nichtmal 2 Jahre auf dem Markt und soll schon ersetzt werden? Komische Welt.
MichaelGiesler10 @ Nov 25th 2012
traurig ? ich sehe nichts trauriges daran, dass sich der mobile markt mal kräftig weiterentwickelt (leistungssteigerungen von teilweise 100% im jahr) - in 2-3 jahren wird das ganze aber sicherlich abgebremst (neue fertigungen dauern immer länger und da ansonsten mehr leistung auch mehr strom verbraucht wird es einfach nichtmehr möglich sein - ausser man will, dass dem gerät selbst an der steckdose der saft ausgeht)
DinkDonk @ Nov 26th 2012
Jeder Hardwarehersteller versucht seine Kunden mit regelmäßigen Neukaufen zu ködern... so funktioniert das im Kapitalismus ;-)
MichaelGiesler10 @ Nov 26th 2012
@dinkdonk
das sind keine hardwarehersteller, sie designen und vermarkten das teil dann, die hardware stellen meist andere firmen her
die geräte bei denen am meisten vom eigentlichen hersteller drinstecken sind wohl die von samsung
am wenigsten bei firmen die eigentlich nichts selbst herstellen sondern nur gut vermarkten können (siehe apple)
-das sind nichtmal 20€ für den soc bei dem eben die 100% leistungssteigerungen gemacht werden
beim akku gibt es kaum unterschiede, bei einnigen herstellern werden sie größer (samsung) bei anderen kleiner (htc) und bei apple bleibts eben gleich
-innovationen gibt es keine
-kleinere materialänderungen (apple von edelstahl auf aluminium, htc von aluminium? (nicht sicher) auf polycarbonat wie samsung)
-minimal anderes design
-evtl. mal ne etwas bessere kamera
-hin und wieder nen lte modul (was sowieso total unnütz ist in deutschland - gibt trotzdem einnige die behaupten sie würden kein einziges smartphone ohne lte mehr kaufen... naja wenn sie es sich leisten können 4k filme live auf ihr smartphone zu streamen oder unbedingt 3gb games unterwegs in ner halben minute runterladen müssen und zufällig in ner gegend wohnt in der dies auch möglich ist (ich kriege meistens nichtmal ein vernünftiges 3g netz und jetzt brauchen alle plötzlich 4g) und dann auch noch das geld hat solche unmengen an datenvolumen zu kaufen....)
-robustheit durch verbesserungen am schutzglas (gorilla glas--->gorilla glas 2)
der einzige grund wegen dem ich mir neue geräte kaufe ist eben der fortschritt in der leistung gleichzeitig niedrigerer stromverbrauch in alltagssituationen, dabei macht der soc fast nichts vom smartphonepreis aus
es ist so als würde man nen pc für 600€ kaufen aber jetzt fehlt ihm etwas ram um ein spiel welches man unbedingt spielen möchte flüssig wiederzugeben - anstatt neuen ram für 20€ zu kaufen verkauft man den rechner für 300€ und kauft sich nen neuen für 700€
---->wer das erste smartphone rausbringt mit austauschbaren soc wird einen riesenerfolg erzielen
DinkDonk @ Nov 26th 2012
Natürlich ist Apple ein Hardwarehersteller... Genauso wie BMW ein Autohersteller ist. Apple ist die jenige Firma die ihre Geräte (Hardware) produziert. Wer der Hersteller der verbauten Komponenten ist und durch welche Firma die Komponenten zum fertigen Produkt zusammengebaut werden ist völlig unerheblich. Apple ist und bleibt der Hardwarehersteller des iPads. Wäre er es nicht, hätten wir bei Garantiefragen ein ernstes Problem ;-)
BTW: Seit dem Apple Intrinsity gekauft hat und ihre Chips damit faktisch selber herstellt, ist Apple spätestens jetzt Hardwarehersteller ;-)
Marco @ Nov 26th 2012
Apple ist schon immer Hersteller, siehe Definition.
Der Hersteller ist eine Person, die als Unternehmer
ein Produkt entwickelt,
dieses am Markt einführt,
es produziert,
prüft,
verkauft,
und es ggf. zurücknehmen muss und entsorgt."
Sucht euch eins, oder mehrere davon aus. ;-)
MichaelGiesler10 @ Nov 26th 2012
sorry aber wirklich viele chips stellt apple nun nicht her...
und laut deiner definition sind es dann mehrere hersteller, wir reden hier aber nicht von allgemeinen herstellern sondern von hardwareherstellern, welche nunmal die hardware herstellen und nicht vermarkten
defekte geräte werden auch zur reperatur an andere firmen geschickt, ihr glaubt doch nicht wirklich, dass apple da nen finger krum macht, oder? selbst samsung hat nicht genug reperaturstellen (und wir reden hier von nem elektronikriesen in tausenden bereichen, nicht nur mit smartphones, tablets, notebooks und "pcs")
von mir aus könnt ihr behaupten was ihr wollt, ein hersteller ist für mich jemand der, wie der name schon sagt, sachen auch herstellt
aber nvidia und amd werden ja auch selbst von vielen profis als hersteller bezeichnet weil es einfach so bekannt ist und der dau nicht intelligent genug ist zu kapieren, dass sie die chips designen, aber sie eigentlich bei anderen firmen gefertigt werden (und dann noch die kühllösungen und die verschiedenen bauteile der kühllösungen und des pcbs etc....)
Zeugma @ Dec 20th 2012
Das ist auch der Grund wieso ich mir son Teil nicht kaufe - ich persönlich komme damit nicht klar ein HighTech Cihaz zu kaufen um nach ein zwei Monaten festzustellen, dass ich nicht mehr Up-to-date bin. Dieses Gefühl... ich komme damit einfach nicht klar.
Nach einigen Monaten ist es eh wieder veraltet. Wenn dieser Konkurenzdruck nich wäre, dann würde Apple evlt. alle 3 Jahre ein neues Teil auf den Markt schmeissen. Oder gehts ums Geld?
Aber so, never ever.
Morta @ Nov 26th 2012
Neben Punkt-Punkt-Komma-Strich wäre auch die Beachtung der deutschen Rechtschreibregelungen von Vorteil gewesen.
Otto @ Nov 30th 2012
Hallo Morta, wenn Du schon Deiner Sehnsucht nach Korrektur nachkommen möchtest, Dann schreibe bitte Rechtschreibung oder Rechschreibregeln, aber bitte nicht Rechtschreibregelungen. Wer es besser wissen will sollte es auch besser wissen.
hofi-1992 @ Nov 26th 2012
Hab mir am Black Friday eines bestellt , bin schon gespannt darauf :D
Zeki @ Dec 14th 2012
Das iPad könnte endlich mal ein neues Design ganz gut Vertragen. Denn das Mini Design ist weitaus besser. Und grafikleistung könnte auch mal hochgeschraubt werden, da Imagination Systems sich schon den Mund fusselig redet über ihre neuen bis zu 1teraflop schnellen GPUs versus 0,08 teraflops im ipad4!
HK @ Jan 31st 2013
Es ist unglaublich, aber wahr-.Manwill nur Geld machen. Wie viele wolen in so kurzen Zeitfolgen wieder dasselbe Geröt mit wenigen Verbesserunge, die man zumindesst teilweise schon im vorherigen IPAD einbauen hätten können. Eine Geldverschwendung bei den Käufern und Materialvergeudung. Ob damit Arbeitsplätze gesichert werden ist doch anzuzweifeln.Ich habe den IPAD 2, und ich fühle mich verschaukelt.