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Libratone Zipp: mobiler AirPlay-Lautsprecher im Kurztest (laut gemacht)

Nach der Vorstellung in New York vor wenigen Tagen ist Zipp, der neue AirPlay-Lautsprecher von Libratone bei uns in der deutschen Redaktion eingetroffen. Für 399 Euro kommt der drahtlose Speaker noch diesen Monat bei uns in den Handel, wir haben für euch Probe gehört.



Das Angebot von mobilen Boomboxen, Tischlautsprechern, also Dock-losen Soundsystemen wächst stetig, zuletzt waren für von der Big Jambox von Jawbone ausgesprochen angetan. Zipp ist ein kategorisch anderes Produkt. Da ist zunächst die technische Grundlage: Libratone arbeitet in seinen Produkten nicht mit Bluetooth, sondern mit WiFi und unterstützt Apples AirPlay. Das heißt einerseits mehr Bandbreite, andererseits bedeutet das leider auch, dass nur iOS-Geräte in Richtung Zipp streamen können. Dort, wo WiFi zur Verfügung steht, kann man Zipp so ganz regulär ins eigene Netzwerk einbuchen. Das ist ein bisschen fitzelig, funktioniert über die Libratone-App aber doch verlässlich. Aufbauend auf AirPlay bietet der Zipp erstmalig auch PlayDirect. In diesem Modus lässt sich der Zipp auch unterwegs ansteuern, wenn kein Wlan zur Verfügung steht, also zum Beispiel bei einem Ausflug. Der Zipp verfügt über einen integrierten Akku, der zwischen vier und acht Stunden durchhalten soll, wir testen aktuell noch. Das direkte Pairing hat allerdings einen Nachteil: Sobald dieser Modus aktiviert ist, verlieren iPhone und Co die Verbindung zum Internet, was die Nutzung von Spotify etc. zunächst unmöglich macht, hat man keine Playlisten mit dem Gerät synchronisiert. Apple hat dieses Feature in allerletzter Minute aus iOS 6 entfernt. Das ist eigentlich kein Problem, die meisten User dürften ob kleinem Datenvolumen vor der Geschwindigkeitsdrosselung sowieso vorsichtig mit diesen Diensten umgehen. Es gibt aber auch hier ein Workaround, bei dem man dem iOS-Gerät eine statische IP zuweisen muss. Der Vorteil des direkten Pairing ist nicht nur der mögliche Einsatz unterwegs, sondern auch der, dass man so Streaming-Aussetzer vermeiden kann, die in einem WiFi-Netz, in dem viel los ist, leider auch während unseres Tests in kauf nehmen muss. Glücklicher Weise verfügt Zipp auch über einen Aux-Eingang alter Schule.


Libratone steht auf Stoffbezug für Lautsprecher, damit ist die dänische Firma schon seit längerem nicht mehr allein. Dass man diese Bezüge dann aber auch noch wechseln kann, ist unserer Information nach neu. Wer wirklich ab und zu die Farbe seines Zipp wechseln will, kann das tun. Entweder man kauft gleich das Starter-Kit mit Lautsprecher und drei Bezügen (rot, scharz, blau) oder man kauft die Bezüge extra dazu. Das ist ein teurer Spaß: 49 Euro werden pro Stück fällig. Da hilft die Tatsasche, dass die Überzieher mit Reißverschluss aus italienischer Wolle sind, wenig. Der Vollständigkeit halber: Verfügbar sind grau, schwarz, gelb, rot, pink, pflaume und zwei Blautöne.


Im Inneren des Zipp arbeitet ein 2.1-System mit 4"-Bassbin und zwei Hochtönern mit je 1" Größe. Es kommt natürlich darauf an, welche Musik man persönlich bevorzugt, bei Produktionen mit viel Bass ist jedoch Vorsicht geboten. Wirklich viel hält der Zipp nicht aus. Das ist einerseits dem relativ kleinen Korpus geschuldet, andererseits aber auch den "Werkseinstellungen". Die sind laut Libratone-App "neutral", rumpeln einem aber mit ordentlich Punch in den unteren Frequenzen entgegen. Also: sachtes Herantasten ist empfohlen. In der App stehen einige Equalizer-Presets zur Verfügung. Es kommt aber auch enorm darauf an, wo man den Zipp im Zimmer platziert. Der Lautsprecher strahlt rundum mit 360°. Bei so einem Raumklang, der, genau schon wie beim Beat von 2010, wirklich gut funktioniert, braucht man den Lautsprecher nicht auf dem Tisch oder direkt vor der Nase.




Hat man einmal den Sweetspot für den Zipp gefunden, spielt er einen Großteil der von uns getesteten Musik in sehr guter Qualität ab und kommt auch mit Bass gut klar. Es geht darum, die richtige Mischung aus Position und Lautstärke zu finden. Was der Portabilität vielleicht ein wenig widerspricht, aber hey! Umsonst ist nicht mal mehr der Tod.

Von ein paar kleineren Verbindungsproblemen abgesehen, vor allem immer dann, wenn man den Zipp eine Weile nicht verwendet hat, waren wir mit dem Zipp sehr zufrieden, einzig die Zeit für Suche nach dem richtigen Standort sollte man sich unbedingt nehmen. Für 400 Euro bekommt man ordentlich Sound. Das darf man bei so viel Geld auch erwarten und je nach Bedarf lässt sich guter Drahtlosklang auch mit deutlich weniger Euros realisieren, aber das sei jedem selbst überlassen. Antesten lohnt auf jeden Fall.

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