Googles Project Glass schlägt bereits einige Wellen. Und wenn auch noch nicht im Basis-Featurekatalog vorhanden, zeigt dieses Video von Will Powell, wie Project Glass auch zur besseren Verständigung untereinander behilflich sein kann: nämlich als Echtzeitübersetzung via Untertitel, wie man es aus Filmen kennt. Dazu benutzte der Hardwarehacker einige Raspberry Pi, Vuzix Star 1200 und ein Mikrofon von Jawbone. Die Übersetzungen stammen von Microsofts Übersetzungs-API. Eine Welt ohne Sprachbarrieren, ein Unterfangen an dem nicht nur die Erfinder des Esperanto gescheitert sind, vielleicht ist dies ein Schritt in genau diese Richtung. Die Demo seht ihr nach dem Break.
Nächste Woche ist der 97. Esperantoweltkongress, in Hanoi. Weitere Weltkongresse 2013 in Island und 2014 in Buenos Aires.Wir reden miteinander von Mensch zu Mensch, direkt, ohne Maschinen. www.esperanto.net www.lernu.net.
"Die" Erfinder des Esperanto sind Römer, Griechen, Engländer, Franzosen, Deutsche und noch ein paar mehr. Ähnlich wie die Brüder Grimm und Martin Luther aus Oberdeutsch, Mitteldeutsch und Niederdeutsch die Grundlagen für unser heutiges Standarddeutsch geschaffen haben, so hat L. L. Zamenhof aus den in Europa (das war vor 125 Jahren "die Welt") am weitesten verbreiten Sprachen das gefunden, was sie miteinander verbindet. Er ist aber weiter gegangen als Grimm und Luther. Er hat alles weggenommen, das eine Sprache unnötig schwer zu lernen macht und nicht zur Ausdrucksfähigkeit beiträgt (grammatikalisches Geschlecht, unregelmäßige Verben u.v.m.), und alles gelassen was man braucht, um alles ausdrücken zu können. Er hat das Ableitungssystem der Sprache wiederbelebt und so frei gemacht, wie menschliche Phantasie das nur ausleben kann.
Diese Sprache heißt Internacia Lingvo und ist bekannt unter Esperanto, dem Pseudonym von L. L. Zamenhof, das er benutzte wegen der russischen Zensur. Esperanto hat zwei Weltkriege überlebt und Verfolgung durch Stalin und Hitler.
Warum Esperanto sich trotzdem nicht durchgesetzt hat? Welche Regierung hat schon ein Interesse an Völkern, die Freunde im Ausland haben? Wer mithilfe von Esperanto Freunde im Ausland hat, lässt sich weniger gern in einen Krieg hetzen.
Mit Freunden im Ausland Kontakte zu pflegen ist deshalb so bereichernd, weil alle (auch diejenigen, die Englisch als Muttersprache haben) die gleichen Ausgangsvoraussetzungen haben und die Chance, die Internationale Sprache [Hallo! Fremdsprachen zu lernen ist schwer, auch Englisch] fast so gut wie die Muttersprache zu beherrschen.
Kurz: Esperanto kommt einem zwar erst einmal exotisch vor, ist aber etwas ganz Natürliches: Es hat alles, was eine "gewachsene" Sprache braucht, baut Brücken zwischen den Völkern, ja, hat eine eigene internationale Kultur. Einfach mal mit Esperanto googeln.
Warum sich Espernato nicht durchgesetzt hat? Weil - wie so häufig im Leben - es einfacher erscheint, die ausgetreten Wege nicht zu verlassen und so weiterzumachen, wie bisher _ vergleiche hierzu die Dezimaldebatte in England. Weil immer die gleichen Vorurteile gegen Esperanto, die ¨die Praxis längst widerlegt hat, immer wieder hervorgekramt werden. Esperanto ist eine lebende Sprache, Esperanto ist leichter erlernbar als eine ethnische Sprache, Esperanto vermittelt kulturelle Werte und hat eine eigene Kultur, in Esperanto gibt es eine reichhaltige Literatur - man muss nur bereit sein, es zur Kenntniss zu nehmen. Iinformationen im Netz gibt es reichlich, z.B: www.esperanto.de, www.lernu.net
"Eine Welt ohne Sprachbarrieren, ein Unterfangen an dem nicht nur die Erfinder des Esperanto gescheitert sind (...)" - Naja, bisher ist es so, dass aus dem Projekt Esperanto immerhin eine funktionierende Sprache geworden ist mit ein paar hunderttausend aktiven Sprechern, etwa hundert Büchern pro Jahr, 160.000 Artikel in der Wikipedia... Das ist noch mit keiner anderen Sprache gelungen, von einem Sprecher 1887 auf ein paar hunderttausend nur 125 Jahre später. - Wer will, kann seine Welt ohne Sprachbarrieren haben, er muss bloß Esperanto lernen.
Warum sich Esperanto nicht durchgesetzt hat, darüber gibt es viele Auffassungen. Ich selbst denke, es lag nicht an den Regierungen, weil ich einfach denke, dass man die Verbreitung von Esperanto von denen nicht erwarten kann. Es reicht im Leben der Nationen nicht, auf die Regierungen zu hoffen - auch dem Umweltschutz ginge es sehr schlecht, wenn sich nicht die Bürger engagiert hätten. In Sachen Esperanto ist es die Sache der Esperantosprecher selbst, ihre Sprache auf den Weg zu bringen. Das kostet Aufwand, geht aber durchaus, wie ja die Geschichte des Esperanto zeigt, es lernen ja weiterhin laufend Leute Esperanto. Es müssten nur etwas mehr werden, die Informationsarbeit müsste noch verbessert werden.
Leserkommentare (Seite 1 von 1)
Walter Klag @ Jul 23rd 2012
Nächste Woche ist der 97. Esperantoweltkongress, in Hanoi. Weitere Weltkongresse 2013 in Island und 2014 in Buenos Aires.Wir reden miteinander von Mensch zu Mensch, direkt, ohne Maschinen.
www.esperanto.net
www.lernu.net.
Frank Merla @ Jul 23rd 2012
"Die" Erfinder des Esperanto sind Römer, Griechen, Engländer, Franzosen, Deutsche und noch ein paar mehr. Ähnlich wie die Brüder Grimm und Martin Luther aus Oberdeutsch, Mitteldeutsch und Niederdeutsch die Grundlagen für unser heutiges Standarddeutsch geschaffen haben, so hat L. L. Zamenhof aus den in Europa (das war vor 125 Jahren "die Welt") am weitesten verbreiten Sprachen das gefunden, was sie miteinander verbindet. Er ist aber weiter gegangen als Grimm und Luther. Er hat alles weggenommen, das eine Sprache unnötig schwer zu lernen macht und nicht zur Ausdrucksfähigkeit beiträgt (grammatikalisches Geschlecht, unregelmäßige Verben u.v.m.), und alles gelassen was man braucht, um alles ausdrücken zu können. Er hat das Ableitungssystem der Sprache wiederbelebt und so frei gemacht, wie menschliche Phantasie das nur ausleben kann.
Diese Sprache heißt Internacia Lingvo und ist bekannt unter Esperanto, dem Pseudonym von L. L. Zamenhof, das er benutzte wegen der russischen Zensur. Esperanto hat zwei Weltkriege überlebt und Verfolgung durch Stalin und Hitler.
Warum Esperanto sich trotzdem nicht durchgesetzt hat? Welche Regierung hat schon ein Interesse an Völkern, die Freunde im Ausland haben? Wer mithilfe von Esperanto Freunde im Ausland hat, lässt sich weniger gern in einen Krieg hetzen.
Mit Freunden im Ausland Kontakte zu pflegen ist deshalb so bereichernd, weil alle (auch diejenigen, die Englisch als Muttersprache haben) die gleichen Ausgangsvoraussetzungen haben und die Chance, die Internationale Sprache [Hallo! Fremdsprachen zu lernen ist schwer, auch Englisch] fast so gut wie die Muttersprache zu beherrschen.
Kurz: Esperanto kommt einem zwar erst einmal exotisch vor, ist aber etwas ganz Natürliches: Es hat alles, was eine "gewachsene" Sprache braucht, baut Brücken zwischen den Völkern, ja, hat eine eigene internationale Kultur. Einfach mal mit Esperanto googeln.
hoketo @ Jul 24th 2012
Warum sich Espernato nicht durchgesetzt hat?
Weil - wie so häufig im Leben - es einfacher erscheint, die ausgetreten Wege nicht zu verlassen und so weiterzumachen, wie bisher _ vergleiche hierzu die Dezimaldebatte in England.
Weil immer die gleichen Vorurteile gegen Esperanto, die ¨die Praxis längst widerlegt hat, immer wieder hervorgekramt werden. Esperanto ist eine lebende Sprache, Esperanto ist leichter erlernbar als eine ethnische Sprache, Esperanto vermittelt kulturelle Werte und hat eine eigene Kultur, in Esperanto gibt es eine reichhaltige Literatur - man muss nur bereit sein, es zur Kenntniss zu nehmen.
Iinformationen im Netz gibt es reichlich, z.B: www.esperanto.de, www.lernu.net
Ludoviko @ Aug 11th 2012
"Eine Welt ohne Sprachbarrieren, ein Unterfangen an dem nicht nur die Erfinder des Esperanto gescheitert sind (...)" - Naja, bisher ist es so, dass aus dem Projekt Esperanto immerhin eine funktionierende Sprache geworden ist mit ein paar hunderttausend aktiven Sprechern, etwa hundert Büchern pro Jahr, 160.000 Artikel in der Wikipedia... Das ist noch mit keiner anderen Sprache gelungen, von einem Sprecher 1887 auf ein paar hunderttausend nur 125 Jahre später. - Wer will, kann seine Welt ohne Sprachbarrieren haben, er muss bloß Esperanto lernen.
Warum sich Esperanto nicht durchgesetzt hat, darüber gibt es viele Auffassungen. Ich selbst denke, es lag nicht an den Regierungen, weil ich einfach denke, dass man die Verbreitung von Esperanto von denen nicht erwarten kann. Es reicht im Leben der Nationen nicht, auf die Regierungen zu hoffen - auch dem Umweltschutz ginge es sehr schlecht, wenn sich nicht die Bürger engagiert hätten. In Sachen Esperanto ist es die Sache der Esperantosprecher selbst, ihre Sprache auf den Weg zu bringen. Das kostet Aufwand, geht aber durchaus, wie ja die Geschichte des Esperanto zeigt, es lernen ja weiterhin laufend Leute Esperanto. Es müssten nur etwas mehr werden, die Informationsarbeit müsste noch verbessert werden.