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Engadget am Steuer: Neuer Smart Electric Drive & E-Bike auf Testfahrt


Der Autohersteller Smart hat seinen Electric Drive Fortwo gehörig aufgefrischt. Zwar ist beim Karosseriedesign so gut wie alles beim Alten geblieben, dafür sind Motor, Antrieb und Batterie einem modernen, urbanen Anspruch gerechter geworden. Diese Woche wurden Testfahrten mit dem neuen E-Cityflitzer und dem ebenfalls neuen Smart E-Bike in Berlin veranstaltet. Engadget war dabei. Lest mehr von den Fahreindrücken nach dem Break ...



Bildergalerie: Smart E-Bike Hands On







Der Smart hat nun eine Leistung von 35 kW (max. 55 kW), was ihn in relativ flotten 11,5 Sekunden auf 100 bringt und in unter 5 Sekunden auf 60, was gerade an Ampelstarts besonders Spaß macht, zumal das produzierte Beschleunigungsgeräusch sich auf das Reifen abrollen und Windverwirbelungen minimiert, ergo, das Auto ist so laut wie schlafendes Baby auf Valium. Vor allem SUV-Fahrer oder penetrante Zweitakter wundern sich, wer da wen grad so lautlos überholt hat. Gerade im städtischen Bereich macht sich dabei eine angenehme Zukunftsvision breit, wenn nur alle Autos ohne Abgase und Knattern durch die Alleen der Metropolen fahren könnten. Mit einer Reichweite von nun bis zu 140 km ist das E-Auto zwar noch immer nicht langstreckentauglich, mit einem neuen 22 kW-Lader, der allerdings extra kostet, lässt sich der E-Smart an einer dafür vorgesehenen Wallbox jedoch in einer Stunde wieder vollständig aufladen. Mit dem Standard-Lader über Wallbox dauert das sechs Stunden, mit einer normalen Haushaltssteckdose bis zu sieben Stunden.

Im Vergleich zum Vorgängermodell ist der neue Electric Drive mit einer Spitzengeschwindigkeit von 125 km/h sogar Autobahn-tauglich, sein bevorzugtes Metier bleibt aber die Stadt. Dort weiß er mit seinen wendigen und dynamischen Art zu überzeugen. Denn wer noch kein E-Auto gefahren ist, sollte wissen, dass bei elektrischen Antrieben die Beschleunigung nahezu linear verläuft. Keine Kuppelpausen, Turbolöcher oder ähnliche Speedhemmer aus der Verbrennerzeit gibt es hier mehr zu finden und auch der Kickdown macht sich nur durch mehr Kraft bemerkbar, lauter wird er dabei nämlich nicht, anders als bei prolligen Ampelstarts zwischen juvenilen Micro-Vettels im aufgebrezelten Golf 2.

Die Diskussion um zu leise E-Autos wird seit dem Aufkommen dieser Gattung geführt. Auch der E-Smart verfügt optional über ein Soundmodul, das dezent ein leichtes Surren bei Geschwindigkeiten bis 30 km/h erzeugt. Ab da würden Windgeräusche und Gummiabrieb genug Sound produzieren, um wahrgenommen zu werden, so die Ingenieure. Befindet man sich in einer verkehrsberuhigten Zone ist man tatsächlich nicht hörbar, auch Menschen, die vor einem lang laufen, werden es kaum mitbekommen, dass man hinter einem fährt und räumen daher auch den Weg nicht frei. Dabei sollte man gerade das Fehlen von Lärm als Chance betrachten. Statt sich über superaufwendige und laute V8-Brummsimulationen für das kommende Mobilitätszeitalter die Köpfe heiß zu reden, braucht so ein Auto eine Art Fahrradklingel. Wo eine normale Hupe zu laut ist, würde ein dezenteres Signal vollkommen reichen, um Passanten in solchen Szenarien auf einen aufmerksam zu machen. Könnte doch recht einfach sein.

Ähnlich wie bei einigen anderen Autoherstellern auch, gibt es ein Konnektivitäts-Paket mit Smartphone-Tablet-App. In diesem Falle dient die App aber eher zur Kontrolle und Koordination der Ladezyklen. Mit dieser lassen sich u.a. Ladezeiten timen, um teure Abendtarife zu umgehen, das Auto kann auf die Minute genau klimatisiert werden und natürlich werden auch Ladestationen in der Umgebung angezeigt. So ein Auto ist und bleibt im Moment noch ein Stück Visionärstum, denn es ist noch immer recht kostspielig. Zwar hat man mit etwas über 3 Euro eine volle "Tankladung". Das 18.910 Euro teure Coupé oder das 22.000 Euro teure Cabrio, brauchen aber natürlich eine Batterie, die für 65 Euro im Monat über das so genannte Sale & Care-Programm gemietet werden muss. Wer die Batterie kaufen will, zahlt für die Autos knapp 4.500 Euro mehr. Auch wird im Regelfall für alle, die eine heimische Garage ihr eigen nennen, eine Wallbox nötig, die noch mal mit 710 Euro in der Standard-Variante ohne Installation zu Buche schlägt. Dass aber Elektromobilität eine Zukunft haben wird, dürfte gerade dieses aktuelle Modell deutlich zeigen. Zweifler behaupten zwar weiterhin gerne, dass der Verbrenner nie und nimmer von reinen E-Autos verdrängt werden könne, aber der Bereich der Koexistenz und Kombination beider Systeme wird dabei gerne außer Acht gelassen. Mit solch einem Zweisitzer über den Brenner in den Italienurlaub zu fahren, hat auch keiner ernsthaft erwartet.



Das Smart E Bike

Das E-Bike ist ein Pedelec, heißt, es hat keinen eigenständigen Motor wie ein Moped, sondern es werden die Tretbewegungen des Radlers tatkräftig unterstützt. Das Design ist auf jeden Fall gelungen, anders als bei herkömmlichen Pedelecs hat man hier nicht das Gefühl mit einem motorisierten Rollator unterwegs zu sein, Motor und Batterie sind elegant integriert, auch das Licht ist futuristisch im Rahmenfluss implementiert, was die jüngere Zielgruppe durchaus danken wird. Es wird hierbei eine Geschwindigkeit von bis zu 25 km/h unterstützt, bis dahin ist der Schub deutlich spürbar. Die Motorunterstützung kommt in vier Stärken, wobei bei halbwegs sportlichen Velopiloten die schnellste nicht unterschritten werden dürfte.

Die Geschwindigkeitsbegrenzung hat straßengesetzliche Gründe, damit das E-Bike auch ohne Helmpflicht und ohne Führerschein gefahren werden kann, das wäre bei einer schnelleren Auslegung nicht möglich. Für den schweißfleckfreien Weg zur Arbeit ist das Vehikel perfekt, allerdings bei 25 km/h, die schnell erreicht sind, zusätzliche 10 draufzupacken, wird dann ob des hohen Gewichts zu einer Tour de Force. Ergo: Wer für knapp 2.900 Euro ein Sportgerät sucht, sollte sich ein Sportgerät kaufen. Wer in der Stadt gerne flott mit Rennrad unterwegs ist, wird hier schnell an seine Tempogrenzen kommen. Das E-Bike ist dennoch ein interessantes und spannendes Konzept, was urbane Fortbewegung anbetrifft. Wirklich interessant dürfte indes der angekündigte Scooter werden, der das Trio Electrico in baldiger Zukunft vervollständigen soll. Wir hoffen, dass das asapstens umgesetzt wird, weil die Beschleunigung und Dynamik von E-Motoren in einem Motorroller, vor allem ohne Zweitaktgebretter, scheint eine Lücke zu sein, die es wirklich bald zu füllen gilt.

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