
Update: Wie Heise berichtet, hat Apple eine Aussetzung der von Motorola durchgesetzten einstweiligen Verfügung erwirkt, so dass die betroffenen Modelle wieder direkt im Apple Store verfügbar sind.

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Leserkommentare (Seite 1 von 1)
Hendrik Alschner @ Feb 3rd 2012
Offenbar eine neue Strategie von Apple, die exakt auf die wirtschaftlich prekäre Motorola Mobility zugeschnitten ist: Mit dem Entfernen der iPhone und iPad3G - Produkte läuft jetzt die Uhr gegen Motorola. Der bereitgestellte 100 Mio €-Bond entspricht dem Umsatz-Gegenwert von 143.000 iPad3G (32GB-Version). Ohne groß zu rechnen, dürften die 100 Mio € nach 2 Wochen aufgebraucht sein.
Bleibt das Verkaufsverbot bis Frühjahr in Kraft, dann entsteht hier ein Milliardenschaden, den Motorola begleichen muss, falls das Verkaufsverbot aufgehoben werden muss. Ungeachtet dessen können die betroffenen Produkte weiterhin in Läden gekauft werden, so dass Apple formal einen Milliardenschaden geltend machen kann, ohne ihn tatsächlich zu haben. Sie müssen dem Gericht dann nur zeigen, wieviele Geräte vor dem Verkaufsstopp über den Online-Store abgesetzt wurden und das hochrechnen. Da ohnehin in wenigen Wochen ein neues iPad kommt, ist das Risiko für Apple überschaubar.
Gleichzeitig läuft eine hochpriorisierte EU-Untersuchung gegen Samsung bzgl. des Einsetzens von FRAND-Patenten zum Monopolerwerb und parallel dazu untersucht die EU den Google-Motorola-Merger. In beiden Fällen besteht die starke Wahrscheinlichkeit eines NO durch die EU. Dann aber verliert Motorola das Verkaufsverbot und ist schadenersatzpflichtig und steht gleichzeitig ohne Retter Google da. Auf deutsch: Dann sind sie pleite.
HTC wurde durch Apple-Klagen in den USA und durch die Android-Downspiral bereits marginalisiert. Samsung wurde mit Designpatenten in Schach gehalten und Motorola, wirtschaftlich am schwächsten von den dreien, wird von Apple komplett gegen die Wand fahren gelassen.
Rolfgar @ Feb 3rd 2012
Gut, soweit einer Meinung. Ich setze die Geschichte dann mal fort:
Die Marktmachtstellung von Apple wird sich dadurch in den nächsten Jahren beständig ausdehnen. Nokia muss sein Geschäft an Microsoft verkaufen, Motorola ist pleite, HTC marginalisiert, RIM wird auch nicht lange überleben.
Spätestens 2014 oder 2015 wird man sich dann weltweit Gedanken machen müssen ob das dann bestehende Oligopol aus Google/Samsung, Apple und Microsoft/Nokia nicht für den Wettbewerb schädlich ist. Eine mögliche (für mich persönlich dringend nötige) Lösung wäre dann das Zerschlagen dieser Konglomerate in der Hinsicht, dass zukünftig die Softwaresparte von der Hardwaresparte geschäftlich und gesellschaftlich getrennt werden müssen. Eine Zerschlagung Apples hätte (um das aktuelle Beispiel weiterzuführen) würde dann zu mehr Wettbewerb führen, alleine schon deshalb, weil dann tatsächlich ZWEI (bzw. drei) Märkte existieren würden: Betriebssysteme, Hardware und Software.
Sicherlich, diese Voraussage ist derzeit noch ziemlich ilusorisch, aber der Verdrängungswettbewerb ist schon derzeit sehr hart. Alle Unternehmen werden das nicht durchstehen. Andererseits für dieser Verdrängungswettbewerb auch zu einer rasanten Entwicklung dieser Märkte. Diese Weiterentwicklungen werden aber sofort auf ein Minimum zusammenbrechen, sobald der Verdrängungswettbewerb abgeschlossen ist. Dies gilt es zu verhindern.
Kalani @ Feb 3rd 2012
Nun, die Konsolidierung läuft ja in jeder Branche auf Hochtouren. Übrig bleiben zwei oder drei Megakonzerne, die dann dem Kunden suboptimale Produkte zu hohen Preisen anbieten, weil es ja keine Konkurrenz gibt.
Das sieht man besonders gut am Strommarkt mit den Großkonzernen oder am Markt für PC- und Konsolenspiele. Da gibt es Electronic Arts und Ubisoft. Und beide bringen doch meist halbgare Rüben.
Unterm Strich werden bei mobilen Geräten Apple, Nokia und Samsung übrigbleiben. Immerhin drei Hersteller mit verschiedenen OS (iOS, Win und Android). Es ist eigentlich eine Entscheidung zwischen den OS, nicht zwischen den Herstellern. Solange die drei Systeme aktiv am Markt sind, wird es Konkurrenz geben. Ob nun Android von zehn oder einem Hersteller angeboten wird, dürfte nicht viel ausmachen. Bei iOS geht es ja auch mit einem Hersteller.
Allerdings ist es in keiner Branche so leicht, sich gegenseitig Patentklagen um die Ohren zu pfeffern (und sich dabei fertigzumachen) wie in der Mikroelektronik und dem Drumherum.
CoD @ Feb 3rd 2012
So wie ich es verstanden habe, hat Apple freiwillig die Geräte aus dem Shop genommen.
Dann gilt diese 100 Mio. Dollar Klausel ja nicht?!?
Und warum muss Apple nix zahlen beim Samsung-Prozess? Komisch komisch...