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Review: Samsung Galaxy Note


Groß, größer, Galaxy Note. Das Smartphone von Samsung beeindruckt schon vor dem ersten Einschalten durch seine schieren Ausmaße. Doch es ist nicht die pure Angeberei, die uns der Hersteller hier auf den Tisch legt. Eine neue Geräte-Kategorie soll es sein, hieß es während der IFA bei der Vorstellung des "Smartlets" mit dem 5,3"-Display, das nicht nur durch den gigantisch großen Screen ein Hingucker ist. Das Galaxy Note ist mit einem Stylus ausgestattet, der das Mega-Phone in ein digitales Notizbuch verwandeln soll. Schauen wir mal.



Hardware

Das GT-N7000, so die Typenbezeichnung des Galaxy Note, ist ein Experiment. Für viele Smartphone-Nutzer wird es einfach zu groß sein. Dass man es hier mit einem echten Klopper zu tun hat, merkt man spätestens dann, wenn man es zum ersten Mal ans Ohr hält, um damit zu telefonieren. Da ist das 7"-Tablet nicht mehr weit weg. Gleichzeitig können wir aber Entwarnung geben. Dank einer Dicke von lediglich 9,65mm passt es problemlos in die Hosentasche, die nicht einmal auffällig ausbeult. Und auch das Gewicht von 178 Gramm geht unserer Meinung nach noch vollkommen in Ordnung. Das Design des Galaxy Note passt sich perfekt in die aktuelle Strategie von Samsung ein und auch das Innenleben orientiert sich am HighEnd-Segment des Herstellers: 1,4GHz-Doppelprozessor, 16GB interner Speicher (erweiterbar via microSD auf 32GB), eine 8-Megapixel-Kamera mit LED-Blitz und Unterstützung für 1080p-Videos auf der Rückseite, eine 2-Megapixel-Kamera auf der Vorderseite. Das Galaxy Note läuft mit Android 2.3.5., das Samsung natürlich mit TouchWiz 4.0 überzogen hat. Das 5,3"-Super-AMOLED-Display hat eine Auflösung von 1280x800p und damit eine Pixeldichte von 285ppi: Das ist beeindruckend. Zwar unter Apples Retina-Auflösung und auch auch durch das hauseigene Galaxy Nexus getoppt, dieses Jammern auf hohem Niveau hat aber im Alltag keinerlei Konsequenzen.


Auch wenn es sich beim Screen des Galaxy Note um ein PenTile-Display handelt, das bei nicht ganz optimalem Betrachtungswinkel zu einer spürbaren Veränderung des - bei platter Draufsicht - brillanten Farbklimas führt. Genau das jedoch überzeugt im Test durch und durch. Während wir also an der Darstellung nichts auszusetzen haben, spielt das 5,3"-Display durch seine Größe seine wahre Stärke aus. Es ist eine Art Mini-Kino für die Hosentasche. Um das zu illustrieren, nehmen wir nochmals das iPhone 4S zur Hand, dessen Display fast 2" kleiner ist.


Hinzu kommt, dass es auf einer virtuellen Tastatur dieser Größe fast schon unmöglich scheint, sich zu vertippen. E-Mails und Nachrichten brauchen so gut wie keine Autokorrektur mehr, die Finger haben ausreichend Platz, um schnell und zielsicher die Buchstaben zu treffen. Einen Zweihand-Betrieb vorausgesetzt, versteht sich. Mit nur einer Hand lässt sich auf 5,3" nicht mal eine Telefonnummer komfortabel eintippen, diesen Vorwurf muss sich Samsung gefallen lassen.


Um das Display im Speziellen und das Galaxy Note im Allgemeinen überhaupt am Laufen zu halten, hat Samsung einen 2.500mAh-Akku in das Chassis gezwängt. Ohne das Smartphone dezidierten Batterietests unterzogen zu haben, können wir doch berichten, dass man darüber nicht wirklich Gedanken machen muss. Die Batterie läuft und läuft und läuft.

Kamera

Die 8-Megapixel-Kamera auf der Rückseite des Galaxy Note macht sehr ordentliche Bilder. Der Autofokus funktioniert angemessen und auch in dunkleren Umgebungen sind die Ergebnisse noch mehr als akzeptabel. Wer Erfahrungen mit dem Galaxy S II hat, wird sich hier sofort auskennen: Die Kameras sind identisch.



Bei Videos gibt es auch wenig zu bemängeln, außer der Tatsache, dass das Audio-Input sehr empfindlich ist und leicht übersteuert.

Der S Pen


Alleinstellungsmerkmal des Galaxy Note ist der S Pen, ein kleiner Stylus, der auf der Rückseite des Smartphones direkt versenkt werden kann und somit hoffentlich nicht so schnell verloren geht wie der des HTC Flyer. Die Ähnlichkeiten und Funktionalitäten zum Stift des HTC-Tablets sind offenkundig: Auch beim S Pen sind bestimmte Funktionen nur durch das Drücken des kleinen integrierten Buttons erreichbar. Um es gleich vorweg zu schicken: Was bei HTC noch angemessen funktioniert, wird bei Samsung leider zum Albtraum. Denn natürlich ist der Stift deutlich kleiner als der von HTC und den Knopf auf Anhieb zu treffen damit ausgesprochen schwierig. Aber der Reihe nach. Für das Galaxy Note hat sich Samsung mit Wacom zusammengetan, der Tablet-Spezialist liefert die nötige Technik. Dank der hohen Bildschirmauflösung auf vergleichsweise kleinem Raum ist das Arbeiten mit dem S Pen dadurch um ein Vielfaches akkurater, die Übersetzung auf dem Display geht außerdem deutlich schneller vonstatten als bei HTC. Der digitale Notizblock S Memo ist direkt über den Homescreen erreichbar. Außerdem lässt sich egal wo man sich gerade befindet im Galaxy Note per Doppelklick bei gedrücktem Button auf dem S Pen jederzeit eine Kurznotiz erstellen, der Notizblock poppt dann als eine Art PopUp auf. In der S-Memo-App kann man zwischen verschiedenen Stiftarten, Strichstärken und Farben auswählen und los geht's. Gleichzeitig lassen sich Bilder integrieren und auch Sprachaufnahmen. Ebenfalls nutzbar ist die virtuelle Tastatur, mit der den kreativen Ergüssen ganz klassich neue - klar lesbare - Notizen hinzufügt werden können. Nur einen weiteren Klick entfernt ist die Handschrifterkennung. Ist die aktiviert, verschwindet das virtuelle Keyboard und macht Platz für die eigene Schrift, die ausgesprochen gut erkennt und dann übersetzt wird.


Diese Features auf seinem Smartphone zu haben, sind eine willkommene Ergänzung zu sonstigen Gebrauchsszenarien von Telefonen und bei so viel verfügbarem Screen auch eine wahre Freude. Allerdings stellt sich Samsung hier auch selbst ein Bein, zumindest ein kleines. Denn natürlich ist der volle Touchscreen "scharf geschaltet", Zeichnungen lassen sich auf mit den Fingern anfertigen. So ist es in unserer Testphase immer wieder vorgekommen, dass die Hand ungewollte Aktionen auf dem Display ausführte, während wir doch einfach nur den Stift halten wollten. Übungssache, klar, aber auch frustrierend.

Neben den Zeichnungen lässt sich mit Hilfe des S Pen auch jederzeit systemweit ein Screenshot erstellen, der dann sofort in einem Editor geöffnet wird und mit Anmerkungen versehen werden kann. Um den Screenshot zu erstellen, muss der S Pen bei gedrücktem Button einfach auf das Display gedrückt werden. Aber auch einige Android-Kommandos können mit dem Stift erledigt werden. So kann durch einen einfachen Swipe mit dem Stift (ohne gedrückten Knopf) zwischen den Homescreens gewechselt werden, ein Swipe vom unteren Bildschirmrand nach oben (hier mit gedrücktem Knopf) ersetzt den Druck auf den Android-Menü-Button. Hier zeigt sich, dass die Bedienung mit dem Stift wohl auch bei Samsung noch nicht ganz fertig konzipiert ist und gerade der Zugang mit Android-Menü erweist sich als amtlich fitzelig, weil der Knopf des S Pen, wie schon erwähnt, einfach zu klein ist, um immer gleich am Start zu sein. Die Handschrifterkennung ist übrigens auch in der E-Mail-App und der SMS-App integriert. Außerdem hat Samsumg einen eigenen kleinen Hub zusammengestellt, in dem Apps für den S Pen gesammelt werden.

Fazit

Das Galaxy Note ist zunächst ein hervorragendes Android-Smartphone. Auch wenn sich einige mit dieser Kategorisierung schwer tun: Es hat einen Dialer, schluckt eine SIM-Karte, erlaubt Downloads mit HSPA+ und ist trotz seiner beeindruckenden Größe immer noch weit von einem 7"-Tablet entfernt. Wer viel Screen will, wirklich viel Screen, ist hier richtig aufgehoben. Und auch die Integration des S Pen ist weit mehr als ein Gimmick, als wie nützlich sich das auf einem Telefon macht, muss jeder für sich entscheiden, die Handhabung macht sich jedenfalls sehr gut. Einzig bei der eigentlichen Telefon-Bedienung mit dem Stift kann das Galaxy Note nicht wirklich überzeugen, aber das scheint uns sowieso nur ein Bonus zu sein.

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