Man kennt das ja: Plötzlich ist das iPhone, das iPad oder der iPod touch voll. Mit Daten. Die man natürlich immer kategorisch braucht. Löschen? Völlig unmöglich! Der Film X, das Album Y, das Bilderalbum Z, das muss verfügbar sein, für alle Zeiten. Kingston will mit dem Wi-Drive zur Gemütsentspannung beitragen, das Gerät, lange angekündigt und von unseren Kollegen in den USA bereits getestet, ist jetzt in Deutschland verfügbar. Der portable Flash-Speicher (16GB oder 32GB) streamt via WiFi an iOS-Geräte, die Android-Version soll in den kommenden Wochen fertig sein. Wie sich die kleine Festplatte im Alltag schlägt? Lest unsere Review hinter dem Break.

Review: Kingston Wi-Drive

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Der Wi-Drive vereint Flash-Speicher, ein WiFi-Modul und einen Akku in einem kleinen Gehäuse, das nur wenig größer als ein aktuelle iPhone ist. Der Datentransfer erfolgt via USB, so wird der Wi-Drive auch aufgeladen. Die Leistung des Akkus ist natürlich davon abhängig, was für Files gestreamt werden. Kingston gab uns gegenüber vier Stunden als Richtschnur vor, wenn drei User gleichzeitig 720p-Videos auf ihren iOS-Geräten anschauen. Da die unterschiedlichen Nutzer jedoch auf individuelle Files zugreifen können, lässt sich die Langlebigkeit der Batterie nicht genauer eingrenzen. Klar ist jedenfalls: Mehr als drei Nutzer können nicht gleichzeitg HD-Videos anschauen, dann ist das Maximum der Bandbreite erreicht.
Einrichtung
Den Wi-Drive an den Start zu bekommen, ist denkbar einfach. Zunächst muss die App geladen, dann der Wi-Drive als WiFi-Zugangspunkt in den Einstellungen ausgewählt werden. Via Passwort kann der Zugriff auf die Daten gesichert werden. Der Vorteil des Wi-Drive ist, dass die Internet-Verbindung erhalten bleibt, das Gerät also als Brücke fungieren kann. Danach geht es zurück in die App und die Files stehen allen Usern zur Verfügung: Filme, Bilder, Musik und Dokumente sind erreichbar, die maximale Reichweite des Wi-Drive liegt bei ca. zehn Metern.
Performance
Beim Streamen von Musik gibt es rein gar nichts zu bemängeln, die Verbindung ist sicher, schnell und zuverlässig. In Sachen Video muss man sich allerdings zunächst etwas gedulden: Der Wi-Drive braucht rund 20 Sekunden, um genug Daten zu buffern, dann sind wir auch hier auf der sicheren Seite. Auch das Streaming unterschiedlicher Inhalte an mehrere Geräte hat in unserem Test verlässlich funktioniert.


Das Problem
So weit, so gut, oder? Einen kleinen Medien-Server für unterwegs? Für die lange Fahrt im Auto, bei dem alle das bekommen, was sie wollen? Mama, Onkel, Enkel, Musik, Filme, Bilder ... eine herrliche Kakophonie, wenn wieder alle ihre Kopfhörer vergessen haben. Das Problem liegt unserer Einschätzung nach aktuell im Preis. Die 16GB-Version kostet 99 Euro, für 32GB werden 129 Euro fällig. Das ist zwar für die Kombination aus Speicher, Akku und WiFi noch kanpp in Ordnung, wer sich beim Kauf eines iOS-Geräts für die kleine Variante mit wenig Speicher entschieden hat, erwartet von einem kleinen Familien-Server aber mit Sicherheit mehr als 32GB. Das Problem dürfte für Kingston noch eklatanter werden, wenn Android mit ins Boot kommt, einem OS, bei dem die Verwendung von SD-Karten bereits zum Alltag gehört. Also bitte: mehr Kapazität für einen günstigeren Preis. Oder aber die Integration mit anderen Services. Hier lässt sich Kingston natürlich noch nicht in die Karten schauen, bei unserem gespräch wurde aber angedeutet, dass die App stetig weiter entwickelt wird und auch über die Öffnung des Systems bereits nachgedacht wird. Das muss jetzt nur noch passieren.

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