
Oh, mon dieu. In Frankreich ist es von nun an verboten, als Radio- und TV-Nachrichtenmoderator die Wörter "Facebook" und "Twitter" in den Mund zu nehmen, es sei denn es geht dezidiert um die beiden Firmen als Nachrichteninhalt. Französische Nachrichtenorganisationen dürfen neben dem auch nicht mehr die Zuschauer darauf hinweisen, die jeweilige Facebook-, oder Twitter-Seite zu folgen oder zu checken. Grund dieser Verbannung ist ein Erlass der französischen Regierung vom 27. März 1992, das die Promotion von kommerziellen Unternehmen in News-Formaten verbietet.
Interessant die Stellungnahme des Conseil Supérieur de l'Audiovisuel (CSA). Die CSA-Sprecherin Christine Kelly erklärt die Sachlage wie folgt: "Wieso sollten milliardenschwere Firmen wie Facebook bevorzugt werden? Gibt es nicht viele andere soziale Netzwerke, die genauso Beachtung finden sollten? Das verzerrt den Wettbewerb. Wenn Facebook und Twitter genannt werden, ist es als würde man Pandoras Büchse öffnen, andere Social Networks werden sich beschweren, wieso nicht sie genannt würden." In alter französischer Tradition schlagen wir indes die Alternativen "Gazouiller" und "Visagelivre" vor.








Leserkommentare (Seite 1 von 1)
Fuchs @ Jun 6th 2011
Warum soll man die jetzt nicht nennen? Das entzieht sich jeder Logik. Weil man nicht alle Netzwerke nennen kann, soll man keinen nennen? Hää? Die sind auch in irgendeinem früheren Jahrhundert hängen geblieben. Dann mache ich jetzt mein Notebook aus, es kann ja schließlich nicht jeder ein Notebook benutzen! Und das wär doch unfair, wenn ich auch nur eine Notebook-Marke benutze! Die anderen würden sich beschweren...
Logos @ Jun 6th 2011
@fuchs:
den Nachrichtenteil von dem der Anzeigen zu trennen ist
erstens logisch und
zweitens für eine unabhängige Berichterstattung von Nöten!
Bitte erst denken und DANN posten!
Ich weiß, daß ist in Zeiten von Twitter und Facebook nicht jedermanns Sache...
Fuchs @ Jun 6th 2011
@Logos
Das macht würde ja Sinn machen, aber in der Meldung wird das anders begründet.
Francesco @ Jun 6th 2011
"Grund dieser Verbannung ist ein Erlass der französischen Regierung vom 27. März 1992, das die Promotion von kommerziellen Unternehmen in News-Formaten verbietet."
Der Satz erklärt es ohne weitere Fragen zu hinterlassen. Wenn es um Nachrichten über das Unternehmen geht, dann ist die Nennung erlaubt. Wenn irgendein "Redakteur" zu blöd war seinen Job zu machen und stattdessen eine Twitter- oder Facebook-Seite gebastelt hat und diese dann in der Sendung promoten will, ist es verboten da Werbung und nicht Nachrichten.
Micha @ Jun 6th 2011
Finde ich sehr richig so. Beide Firmen verdienen Geld dadurch, dass Menschen ihre Seiten und deren Inhalten besuchen/benutzen.
Da es anderen Firmen gibt, die einen gleichen oder ähnlichen Service anbieten, wäre eine Nennung von z.B. Facebook eine eindeutige Bevorzung.
tobiasblogt @ Jun 6th 2011
Gleiches Recht für alle.
kosta @ Jun 6th 2011
wie würden es manche finden, wenn man anstatt Auto direkt BMW sagen würde... ist genau dasselbe.
Anstatt Facebook kann man auch social Plattform sagen oder sonst was...
Smartphones gibt es ja auch nicht mehr, sondern nur noch Iphone´s ....
Da gibts noch unzählige Beispiele...
mensch19 @ Jun 6th 2011
Ich verstehe eure Argumente ja durchaus, Anzeigen von Nachrichten zu trennen sollte natürlich strikte regel sein. Aber Ich habe es jetzt so verstanden das die Radios generell nicht mehr auf ihre Facebok und Twitter Accounts hinweisen dürfen, das ergibt aber irgendwie keinen Sinn. Genauso wenig würde es Sinn ergeben wenn sie aktuell explizit eine iphone anwendung anbieten (weil die Androidversion noch in arbeit ist) und sie darauf aber nicht hinweisen dürfen um android handys nicht zu benachteiligen..
Abseits vom Nachrichtenteil gibts doch immer noch ne ganze Menge moderation, wieso sollte man denn dort nicht auf die Accounts hinweisen dürfen?
Francesco @ Jun 6th 2011
Sowohl im Titel als auch im Text wird ausdrücklich die Erwähnung in Nachrichten genannt. Von anderen Bereichen des Programms ist nicht die Rede.
Sedlaczek @ Jun 7th 2011
Die Grande Nation pflegt eben einen egalitär-liberalistischen Etatismus. Würde so eine Regelung auf die Namen der Staatsmonopole angewendet, dann gäbe es in Frankreich keine Nachrichten mehr.
Terra @ Jun 7th 2011
Leuchtet ein. Werde genau so lange hier posten, bis sich man/frau zum posten einloggen muss, bzw. einen Account eröffnen muss. Wenn ich bestätigen muss mit eMail um einen Post zu machen, dann lassen wir das. Ein Captcha Code würde es nämlich auch tun. Alles andere sind Facebook Alüren.
Alsone @ Jul 3rd 2011
Die Zensur lebe hoch, Frankreich wird bald dabei sogar noch China einholen.