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c-ear: In-Ears nach Maß

Den richtigen Kopfhörer zu finden, kann in Stress ausarten. Geschlossen, offen, mit oder ohne Bügel, In-Ears oder einfache Ohrstöpsel. Und gerade bei letzteren kommt ein Problem oft dazu: Sie wollen einfach nicht passen, verrutschen oder fallen schon bei der kleinsten Bewegung wieder aus dem Ohr. Der Hörgeräte-Hersteller Kind bietet jetzt mit den c-ear-Modellen eine Lösung, bei der zumindest die genaue Passform garantiert ist. Die Ohrhörer werden speziell für eure Ohren modelliert. Vor zwei Wochen haben wir Abdrücke unserer Ohrmuscheln nehmen lassen, jetzt sind die personalisierten Kopfhörer da. Verstehen die Hörgeräte-Akustiker auch etwas von guten Sound? Lest weiter nach dem Break.


Das Prozedere ist wirklich denkbar einfach. Man geht in einen Laden, der KIND-Hörgeräte vertreibt, und lässt einen Abdruck seiner Ohren anfertigen. Die werden dann eingeschickt, gescannt und dann in Ohrhörer verwandelt, die perfekt bei euch passen. Natürlich nur bei euch, die Ohrhörer zu verleien kann man ab sofort knicken. Das hat offensichtliche Vor- und Nachteile. KIND bietet aktuell zwei Modelle an, die sich lediglich in punkto Technik unterscheiden. Ein Ein-Treiber-Modell (V, 249 Euro) und ein Zwei-Treiber-Modell (X) für 399 Euro. Menschen mit kleinen Ohren wird diese Wahl unter Umständen abgenommen, wenn die doppelte Treiber-Technik einfach nicht genug Platz hat. Die Treiber sind übrigens elektro-magnetisch. Technisch unterscheiden sich beide Modelle im Frequenzgang (20 – 20000 Hz beim X-Modell vs 20 – 17000 Hz beim V-Modell), Schalldruck und bei der Impedanz.
Nun sind 399 Euro (das ist unser Testgerät, bleiben wir also dabei) alles andere als ein Pappenstil, wenn es um In-Ears geht, im Gegenteil. Shure legt beim SE535 nochmal 80 Euro drauf, dafür bekommt man hier aber auch ein Drei-Treiber-Modell.

Der Clou der c-ears ist in der Tat der Tragekomfort. Ob der einem das Geld wert ist, muss jeder selber entscheiden, im direkten Vergleich mit besagten Shure SE535 war bei uns c-ear jedenfalls der klare Gewinner. Ein unfairer Kampf, klar, ein "normales" In-Ear-System kann man lediglich durch unterschiedlich große Ohrpassstücke an seinen Gehörgang anpassen. c-ears sitzen völlig anders, nehmen mehr Raum ein im Ohr, müssen dafür aber auch nicht so tief in den Gehörgang gestopft werden. Das hat nicht nur hygienische Vorteile. Der Klang der c-ears hat uns sehr gut gefallen. Rund, ausgeglichen, klar in den Höhen und genug Bassdruck. An die SE535 kamen die c-ears in punkto Lautstärke nicht ran und auch das letzte i-Tüpfelchen Bass haben wir manchmal vermisst, das Klangbild ist dennoch völlig überzeugend sehr angenehm. Dazu kommt eine gute Abschirmung der Umgebungsgeräusche, wenn die c-ears im Ohr sitzen.
Abzüge gibt es allerdings auch. Das Kabel ist mit 1,50 m deutlich zu lang und auch ein wenig dünn geraten, so dass die berühmt-berüchtigten Schlacker-Geräusche deutlich hörbar sind. Dazu schreit ein solch hochpreisiges System natürlich nach einer Fernbedienung für das Smartphone. Wir schieben das beim Hersteller einfach auf die mangelnde Erfahrung mit Kopfhörern und hoffen, dass hier bald nachgebessert wird.
Bleibt die Frage nach der Katze im Sack. Probehören geht ja nicht, allerdings räumt KIND vier Wochen Rückgaberecht ein, da ist man also auf der sicheren Seite.
Wer es nicht mag, sich In-Ears in die Ohren zu stopfen oder mit den weißen iPod-Stöpseln nicht nur wegen des bescheidenen Klangs ein für alle Mal fertig ist (c-ears gibt es auch in weiß), für den sind c-ear eine echte Alternative, vor allem natürlich, wenn man sich klanglich sowieso verbessern will.

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