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BlackBerry Pearl 3G: Engadget Deutschland Review


Das Blackberry Pearl war das Smartphone, das RIM und die bei Business-Menschen so beliebten Services auch bei Consumern immer beliebter machten. Mal ehrlich, Design wurde bis zu diesem Zeitpunkt bei BlackBerry alles andere als groß geschrieben, bzw.: Das Aussehen der Smartphones aus Kanada entsprach nicht gerade dem, was man als elegant oder zumindest der vorwärts gerichteten Vorstellung von mobiler Kommunikation bezeichnen konnte. Das tat auch gar nicht Not, die Dinger sollten einfach nur funktionieren und das taten sie. Mit dem Pearl hielt dann Style Einzug, ein Trend, der seitdem bei BlackBerry genauso wichtig scheint, wie die Services, die man mit so einem Smartphone bekommt.
Mit dem Pearl 3G, in Deutschland kommt das Modell 9105 auf den Markt, bekommt der kleinste BlackBerry nun endlich ein lang erwartetes Update. 3G (klare Sache), OS 5, WiFi, einen schnelleren Prozessor, mehr Speicher und die speziellen Kontroll-Tasten für den MP3-Player, die wir schon vom Curve 8520 kennen. Wie sich der neue Berry im Alltag schlägt? Mehr nach dem Break.

Hardware / Software
Das Design des Pearl 3G folgt im wesentlichen dem des ersten Pearls, verbunden mit den Cues anderer aktueller Geräte aus dem Portfolio, inklusive der abgerundeten Ränder. Das Pear 3G liegt ausgesprochen geschmeidig in der Hand und fühlt sich enorm leicht an ... bringt ja inklusive Akku auch gerade mal 93 Gramm auf die Waage. Technisch hat das neue Pearl nur noch wenig mit dem gealterten Original zu tun. Die Fakten im Überblick: Triband-HSDPA und Quadband GSM/EDGE, GPS, WiFi (b,g und - ein Novum für RIM auch im n-Standard), 256MB Speicher, microSD-Slot für Karten bis zu 32GB, eine 3,2-Megapixel-Kamera mit Blitz, Autofokus, Videofunktion und digitalem Zoom. Das Display kommt mit 360x400 Pixel und der Akku hat 1150mAh Kraft. Der Hersteller verspricht hier 5,5 Stunden Gesprächszeit im UMTS-Netz, 30 Stunden Musik oder auch 13 Tage Standby. Über Bluetooth können Headsets angeschlossen werden, Kopfhörer passen im 3,5mm-Format. Durch die Menüs schippert man mit dem optischen Trackpad, auch das kennen wir schon von anderen aktuellen BlackBerrys. Das Pearl 3G ist im täglichen Umgang sehr flott und "snappy", der Prozessor, der mit 624 MHz getaktet ist, kommt gut mit dem OS klar.

Das liegt in der aktuellen Version 5 vor. So sehr wir uns auch schon BlackBerry 6 gewünscht hätten ... für den Moment reicht uns das 5er-OS, und vielleicht ist es hier auf dem Pearl 3G auch genau richtig aufgehoben, doch dazu später mehr. RIM pitcht das Pearl 3G in Richtung all derjenigen User, die gerne in Chats und sozialen Netzwerken unterwegs sind. Vorinstalliert sind Clients für Windows Live Messenger, Yahoo! Messenger, Google Talk, AIM, ein ICQ und natürlich der BlackBerry Messenger, auf den RIM enorm stolz ist, aber eben nur für BlackBerry-Nutzer eine Rolle spielt. Flickr und Facebook sind ebenfalls mit eigenen Programmen am Start. Wenn man die Integration dieser Services von anderen aktuellen Smartphones kennt, muss man bei BlackBerry nach wie vor seine Erwartungen ein wenig herunterschrauben: Allein durch den kleinen Bildschirm des Pearl 3G ist man hier in den Möglichkeiten begrenzt. Der Rückfall auf eine solche Lösung fällt nach iPhone oder Android-Geräten schwer, wenn man sich aber von einem Featurephone auf den BlackBerry-Sattel schwingt, dürfte man immer noch beeindruckt sein. Unsere Hoffnungen liegen hier auf dem neuen OS, Blackberry 6, nicht nur wegen des versprochenen WebKit-Browsers.

Kamera
Die Kamera macht mit ihren 3,2 Megapixeln ordentliche Bilder. Wie auch schon der Curve 9300 und neuere Geräte von RIM, sind sie bei guten Lichtverhältnissen durchaus brauchbar, vor allem in Verbindung mit dem Autofokus, der im Pearl 3G auch amtlich flott ist und somit nicht mehr dafür verantwortlich sein dürfte, dass man das Bilder der Bilder vermasselt hat. Auch die Videokamera liefert durchaus brauchbare Ergebnisse, ist aber was die Farben angeht nicht genug dran am Original.







Tastatur
Hier wird es spannend. Ein BlackBerry ist, vom Touchscreen-Storm mal abgesehen, nur so gut wie seine Tastatur, da führt kein Weg dran vorbei. Das Pearl 3G ist es in zwei Versionen, wobei wir uns in Deutschland, ja sogar in Europa, davon verabschieden können, zwischen beiden Modellen wählen zu können. Die eine Version, das 9100, kommt mit der klassischen SureType-Tastatur, wie man sie schon vom ersten Pearl her kennt. Bei 20 Tasten teilen sich hier zwei Buchstaben eine Taste, das Layout folgt dem einer regulären QWERTZ-Tastatur. Das SureType-Prinzip ist nicht jedermanns Sache, und dennoch schnell erklärt. Man muss einfach drauf los tippen. Die Software, die das Keyboard steuert, erkennt automatisch das Wort, das man schreiben will und vervollständigt es. T9 für Fortgeschrittene quasi. Was einigen unheimlich ist, anderen zu fusselig, funktioniert ziemlich einwandfrei, auch auf dem Pearl 3G. Die in Deutschland verfügbare Variante 9105 setzt allerdings auf die klassische Featurephone-Tastaur mit drei Buchstaben und einer Ziffer pro Taste. Der Kniff dabei ist, dass dieses Layout eben nicht dem einer QWERTZ-Tastatur folgt, sondern dem des klassischen Dumbphones (sorry). Das führt zu Irritation, wenn man QWERTZ-Keyboards gewohnt ist. Denn so überzeugend die SureType-Technologie auf dem 9105 auch funktioniert, fragt man sich ständig, warum das "A" nun mittig in der ersten Zeile sitzt und nicht links in der zweiten Zeile. Skurril! Und auch nicht zielführend, wie wir finden, denn wenn man das Pearl 3G als Einstieg in die BlackBerry-Welt verstehen will, was wir tun, muss man sich beim nächsten Smartphone dann schließlich doch komplett umgewöhnen. Wir haben bei RIM Deutschland diesbezüglich nachgehakt und die Antwort war eindeutig. Die Netz-Provider haben diese Tastatur favorisiert und der Hersteller hat entsprechend gehandelt. Schade, finden wir. Denn auch wenn es nicht lange dauert, bis man sich an das neue alte Layout gewöhnt hat, sind die Grenzen schnell erreicht. So gestaltet sich die Eingabe einer URL im Browser zum Beispiel als langwierige Geduldsprobe, weil auch hier die automatische Vervollständigung von Wörtern werkelt und die so erdachten Fantasie-Domains leider nie registriert wurden. Nun könnte man natürlich argumentieren, dass der BlackBerry-Browser in seiner derzeitigen Form der Konkurrenz eh noch weit hinterher hinkt und wer viel ins Netz muss, sich sowieso lieber nach einer anderen Alternative umschauen sollte. In solchen Kategorien wollen wir aber nicht denken. Also: Das Keyboard des Pearl 3G ist im Messeging-Bereich super nutzbar, stößt aber außerhalb von E-Mail, SMS und Chat schnell an seine Grenzen.

Mit dem Pearl 3G hat RIM sein kleinstes Smartphone gut weiterentwickelt. Das Design ist tiptop, das Display ausreichend aufgelöst. In Sachen Multimedia hat der Hersteller viel Boden gut gemacht und das optische Trackpad ist nach wie vor ein feines Bedienelement. Das merkt man zum Beispiel im Foto-Browser, wo man mit dem Trackpad elegant zwischen den einzelnen Bilder hin und her swipen kann, um im Smartphone-Sprech zu bleiben. Als Einsteiger-Smartphone dürfte das Pearl 3G vielen potenziellen Nutzern positiv auffallen. Hinzu kommt, dass die Batterieleistung sehr überzeugend ist - hat man auch nicht oft bei aktuellen Smartphones. Entscheidend wird dabei natürlich der Preis sein. Wenn man bei Vodafone schon ein HTC Wildfire für 1 Euro bekommt, sollte das Pearl 3G nicht wirklich mehr kosten.

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