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Palm Pre Plus & Pixi Plus: Engadget Deutschland Review


Es ist fast ein bisschen gruselig. Da reißen die Nachrichten über einen Verkauf von Palm nicht ab, die finanzielle Situation ist alles andere als rosig und als wäre es ein letztes Aufbäumen, bringt der Smartphone-Spezialist zwei neue Handys auf den deutschen Markt. Der Pre Plus und das Pixi Plus sind ab dem 28. April bei uns zu haben. o2 nimmt beide Smartphones ins Programm, Vodafone ebenso. Damit ist Palm jetzt in Deutschland - endlich! - bei einem zweiten Carrier mit den webOS-Geräten am Start. Das ist wichtig, denn obwohl die Handys in allen Netzen funktioneren und keinen SIM-Lock haben, kann die zusätzliche Präsenz in den Vodafone-Shops der Marke Palm nur gut tun. Ihr merkt es: Bei Engadget Deutschland arbeiten Palm-Fans, wir halten das relativ neue Betriebssystem webOS nach wie vor für einen großen Wurf mit enormem Potenzial. Seit Oktober 2009 konnte man das erste Gerät mit eben diesem OS, den Pre, in Deutschland kaufen. Jetzt also zwei neue Geräte. Der Pre Plus ist schlicht eine aufgebohrte, zweite Version des Erstlings - mit wenigen Änderungen an der Hardware. Das Pixi Plus hingegen ist eine Neuentwicklung, in den USA ebenfalls schon seit geraumer Zeit auf dem Markt. In der Ur-Version bei Sprint, in der Plus-Variante bei Verizon. Das Pixi hat dort ordentlich auf die Mütze bekommen: Zu wenig Speicher, schlechte Kamera und ein langsamerer Prozessor ließen die Reviews mäßig ausfallen. Wie sich die GSM-Version schlägt und was der neue Pre zu bieten hat: Nach dem Break warten die kompletten Reviews. Beide neuen Handys sind bei uns seit einer Woche im Dauereinsatz.






Pre Plus
Wir haben den Original-Pre ausführlich besprochen, als er in Deutschland auf den Markt kam, wir können uns hier also auf die Unterschiede und Verbesserungen konzentrieren. Wer noch gar nicht in Berührung mit dem webOS-Betriebssystem gekommen ist, kann sich ebenfalls dort einlesen, über neue Features haben wir hier, hier, hier und schließlich hier berichtet.
Was also ist neu? Zunächst: der Speicher.


Der Pre Plus kommt mit 16GB, rund 15 davon stehen für Programme zur Verfügung. Auch das RAM und das ROM wurde verdoppelt. Dieser doppelte Speicher macht Sinn und ist darüber hinaus auch dringend nötig, denn auch der Pre Plus verfügt nicht über einen microSD-Slot. Musik, Bilder, Videos und Programme müssen auf die 16GB passen, dann ist Schluss. Mit immer mehr Apps im Palm-eigenen Online-Laden AppMarket, viele Spiele wie "Need For Speed" oder auch "Sims" inklusive, braucht das Smartphone aber auch mehr Speicher, um mit diesen großen Apps zurecht zu kommen. Mit doppeltem ROM und RAM sollte außerdem die tägliche Navigation deutlich flüssiger laufen und natürlich kann der Pre Plus so sein größtes Alleinstellungsmerkmal noch lässiger ausspielen: Multitasking. Bei Speicher-intensiven Spielen wie "Need For Speed" ist der Geschwindigkeitszuwachs deutlich spürbar, auf dem neuen Pre lädt das Spiel schneller. Im Video unseres US-Kollegen Josh seht ihr das



Bei unseren "alten" Redaktions-Pre kommt es zudem oft vor, dass "Need For Speed" oder "Sims" nicht zu laden sind: zu wenig verfügbarer Speicher. Ein Neustart des Handys behebt das Problem, lästig ist das natürlich dennoch, nicht nur wegen des langen Boot-Vorgangs beim Pre. Auch das geht bei der neuen Version deutlich schneller, dauert aber immer noch seine Zeit. Das ist - schon wieder! - lästig, bei der Konkurrenz von HTC z.B. aber ebenso enervierend. Was die Ladezeiten von alltäglichen Apps angeht - Mail z.B., Kamera oder Messaging - ist skurriler Weise kein großer Geschwindigkeitszuwachs festzustellen. Flüssiger, ja, kein Ruckeln und Zuckeln beim Scrollen durch die Inbox ... wirklich schneller fühlt sich der Pre Plus aber nicht an. Es ist mehr ein psychologischer Effekt, der immer mitschwingt, wenn man das Originalgerät in Verwendung hatte. Neue User werden einfach denken: Ja, das funzt, und zwar sehr angenehm.
Nicht gut angekommen bei vielen Pre-Usern ist die Hardware-Verarbeitung. Auch wir müssen hier unsere erste Einschätzung korrigieren. Der Slider-Mechanimus ist bei unserem Redaktions-Gerät über die Monate spürbar ausgeleiert. Beim Pre Plus wurde hier nachgebessert. Perfekt ist die Mechanik immer noch nicht, der eigentliche Slider macht aber einen besseren Eindruck und dürfte nicht so schnell labbrig werden: Pluspunkt. Ebenfalls leicht verändert wurde die QWERTZ-Tastatur.

Der Widerstand beim Tippen fühlt sich etwas anders an, das Layout ist aber exakt das gleiche geblieben. Einziger Unterschied: Die orangenen Tasten sind jetzt weiß. Außerdem sind die deutschen Umlaute jetzt im Tasten-Layout sichtbar und über die Umschalttaste direkt zu erreichen. Dass Palm aber auch andere Keyboards verbauen kann, sehen wir später beim Pixi Plus. Augenscheinliche Neuerung: Der Knopf unter dem Display ist nicht mehr da. Das ist eigentlich wunderbar, je weniger mechanische Teile in einem Telefon, desto besser. Wollte man bislang eine Karte, also ein Programm, minimieren, drückte man auf den Knopf. Beim Pre Plus, ebenso wie beim Pixi Plus, genügt jetzt eine einzige Berührung des Gesten-Bereichs unter dem Display. Quittiert wird das durch ein Blinken einer weißen LED. Der Wegfall des Knopfes hat aber auch Nachteile. Beispiel: Hatte man beim Pre die Tastatur ausgefahren und dann das Telefon weggelegt, genügte ein Drücken des Knopfes, um das Telefon wieder zu aktivieren. Das geht jetzt nicht mehr. Vielmehr muss man jetzt den Sleep/Wake-Knopf drücken, der aber bei ausgefahrenem Display nicht sonderlich gut zu erreichen ist.



Auch neu beim Pre Plus ist die Tatsache, dass das Handy nur noch mit der induktiven Unterschale ausgeliefert wird, mit der man das Handy über den Touchstone ohne Kabel wieder aufladen kann. Eine sehr gute Entscheidung, die matte Oberfläche dieser induktiven Schale steht dem Pre eh viel besser. Leider scheint diese aber auch leicht anders verarbeitet zu sein: Unser Pre Plus rutschte immer wieder vom Touchstone, bzw. saß nicht ganz fest. Das Telefon quittiert das mit andauernden "Ding Dong"-Sounds, immer dann, wenn der Kontakt wieder hergestellt ist. Irritierend. Sonst ist der Pre Plus absolut gleich mit seinem Vorgänger. Kamera und Blitz sind dieselben, es läuft die gleiche Version vom webOS (aktuell 1.4.1.) und auch an der Batterielaufzeit hat sich - leider - nichts geändert. Länger als zehn, zwölf Stunden hält auch der Pre Plus nicht wirklich durch. Mit normalem E-Mail-Verhalten, ein bisschen WWW und ein paar Telefonaten und SMS ist der Akku spätestens leer, wenn es draußen dunkel ist. Auch die Sprachqualität beim Telefonieren scheint uns absolut identisch: Wir hörten unsere Gesprächspartner laut und deutlich, ebenso kamen wir bei ihnen durch. In Sachen Multitasking geht auf dem Plus in der Tat viel mehr und allein bei diesem Konzept können sich alle Konkurrenten nach wie vor eine Scheibe abschneiden. Alle Apps, die man zum täglichen Arbeiten braucht - E-Mail, Browser, Messaging, Telefon etc. -, sind im webOS nicht nur sympathisch designt, sondern stehen denen der Konkurrenz in nichts nach. Dazu kommt eine immer größer werdene Entwickler-Gemeinschaft, die die Plattform mit frischer Software versorgt. Wir hoffen inständig, dass uns die, ebenso wie Palm selbst, erhalten bleibt.



Pixi Plus
Nach der großen Aufmerksamkeit um den Pre und webOS, hatte Palm in den USA ziemlich schnell nachgelegt und mit dem Pixi ein zweites Gerät auf den Markt geworfen. Ein kleineres, schlechter aufgelöstes Display (2,63", 18-Bit-HVGA-Farbdisplay, Auflösung 320 × 400), lediglich eine 2-Megapixel-Kamera und auch ein langsamerer Prozessor sollte das webOS in einem preiswerteren Handy noch mehr Usern zugänglich machen. Dazu kam ein anderer Formfaktor: Das Pixi - und jetzt das Pixi Plus - ist ein klassisches Candybar-Telefon und kein Slider. Eine vollständige QWERTZ-Tastatur hat das Pixi Plus dennoch, klassischer BlackBerry-Style also. Der Original-Pixi hatte nicht einmal WiFi: Das nahmen die Blogger und Journalisten übel. Mit dem Pixi Plus ist WiFi jetzt mit an Bord und auch die Mobilfunk-Standards sind die gleichen wie bei Pre: HSDPA/UMTS/EDGE/GSM.

Formfaktor
Das Pixi Plus liegt sehr angenehm in der Hand, ist deutlich leichter als der Pre und kommt mit einer gummierten Unterschale, die dem Telefon eine Art von Outdoor-Charme verleiht. Im Gegensatz zum Pre befinden sich der Volume-Rocker und der Silence-Knopf hier auf der rechten Seite, ebenso der microUSB-Anschluss. Während viele Pre-User über den fitzeligen Verschluss über ihrem USB-Anschluss beklagten, löst Palm diese Problem beim Pixi sehr elegant. Der Verschluss ist fester Teil der Unterschale, den man abziehen kann, und der - clever! - magnetisch wieder an die Unterschale heranschnappt.



Das Mikrofon scheint skurrilerweise auf der Unterseite des Telefons zu sitzen. Dort sieht man auch einen ziemlich angeberischen Design-Trick: Die Unterschale gibt vor, dass das Pixi zwei Lautsprecher hat - natürlich Humbug. Zur Audio-Qualität später mehr. Das Pixi ist von der Form her rundum gelungen, passt gut in die Hosentasche und macht einen ziemlich unkaputtbaren Eindruck.

Tastatur
Die QWERTZ-Tastatur ist dezidiert anders als beim Pre. Das Tasten-Layout ist nicht geschwungen und generell ein wenig kleiner. Gut benutzen lässt sie sich dennoch, nicht zuletzt begünstigt durch ein deutlich anderes Tipp-Gefühl. Das Feedback ist härter, die Tasten an sich nicht so weich wie beim Pre. Müssten wir uns entscheiden, würden wir die Pixi-Tastatur der des Pres vorziehen, es fühlt sich einfach besser an. Messaging-Fanatiker werden hier ihre wahre Freude haben.

Geschwindigkeit/Multitasking/Speicher
Der Prozessor im Pixi Plus ist langsamer als der im Pre (600 MHz). Palm hat uns dazu erklärt, dass im Pixi ein völlig anderer Qualcomm-Prozessor läuft, der dank Doppelkern-Architektur das webOS dennoch sehr gut handeln kann. Unser Eindruck: stimmt. Zwischen Pre und Pixi sind zwar Unterschiede spürbar, wirklich ins Gewicht fallen die allerdings nicht. Natürlich hat das Pixi seine Grenzen - immerhin - ein weiteres Zugeständnis an den günstigen Preis - stehen hier auch nur 8GB Speicher zur Verfügung. Alltägliche Aufgaben erledigt das Handy aber ebenso flüssig und überzeugend wie sein großer Bruder.

Display
Das ist mit 2,63" wirklich etwas klein geraten und nicht mehr ganz zeitgemäß. Es soll ja aber auch immer noch User geben, die mit einem BlackBerry Curve amtlich und offiziell im Netz unterwegs sind - in einem derartigen Vergleich gewinnt das Pixi natürlich haushoch. Die im Vergleich zum Pre schlechtere Display-Technik (18 Bit vs 24 Bit) fällt auf, aber nicht so stark ins Gewicht, dass man gleich abwinken würde. Die Farben sind deutlich blasser, aber das war es dann auch eigentlich. Das Betriebssystem webOS ist von vornherein so angelegt, dass es unterschiedliche Display-Größen "out of the box" unterstützt, so wird auch auf dem Pixi alles gut dargestellt.

Kamera
Hier wird es ein wenig tricky. Das Pixi Plus hat eine 2-Megapixel-Kamera, das ist ganz schön oll. Entsprechend sind dann auch die Bilder. Die drei Megapixel im Pre Plus entsprechen auch nicht mehr gerade dem heutigen Handy-Standard, beim Pixi hat Palm hier aber einen nicht verzeihlichen Fehler gemacht. Die Kamera ist ein Witz - schade!





Akku
Keine Neuerungen bietet das Pixi Plus in Sachen Akkuleistung. Im Handy arbeitet die gleiche Batterie wie im Pre und die kommt bei einer Leistung von 1150 mAh nach wie vor nicht gut mit dem Alltag zurecht. Das kleinere Display führt leider auch nicht zu einer längeren Laufzeit: Auch beim Pixi Plus ist nach spätestens einem Tag der Weg an die Steckdose fällig. Oder an den Touchstone. Die entsprechende Unterschale ist beim Pixi Plus übrigens nicht dabei und muss als Zubehör gekauft werden. Auch das Schutztäschchen des Pre sucht man beim Pixi vergeblich, sonst ist der Lieferumfang allerdings gleich: Kopfhörer, USB-Kabel, Netzteil und ein dünnes Handbuch.




Gesprächsqualität
In Sachen Audio hat sich Palm beim Pixi nicht lumpem lassen. Gespräche liefen klar, deutlich und bei angemessener Lautstärke, noch besser fanden wir den eingebauten Lautsprecher, der dem des Pre deutlich überlegen ist und über den Podcasts etc. richtig Freude machen, der aber natürlich auch als Freisprecher sehr gut funktioniert.

Fazit
Das Pixi Plus wird bestimmt nicht jeden potenziellen webOS-User glücklich machen. Gerade die Kamera, wichtiges Tool bei Handys heutzutage, kann mit der Konkurrenz in keinster Weise mithalten. Der ausgesprochen sympathische Formfaktor aber, die gute Verarbeitung, die hervorragend nutzbare Tastatur laufen in der Verbindung mit webOS zu Hochform auf. Beim Pixi Plus bekommt man fast alles, was man braucht, um mobil Dinge gebacken zu bekommen. Wer keine Slider mag oder keinen Wert auf das größere Display des Pre legt ist hier gut aufgehoben. Besser tippen kann man auf dem Pixi eh. Zudem ist es ein attraktiver Einstiegsweg in die Welt der Smartphones, wenn man nach einem Weg jenseits von iPhone und Android sucht.

Preise und Verfügbarkeit
Pre Plus und Pixi Plus sind ab dem 28. April bei o2 und Vodafone verfügbar. o2 bietet bietet beide Smartphones ohne SIM-Lock über das Handy-Finanzierungsmodell O2 My Handy an. Der Pre Plus ist für eine Anzahlung von 29 Euro und 24 Monatsraten zu je 20 Euro, und zwar nur im Online-Shop des Providers. Das Palm Pixi Plus kann für eine Anzahlung von 29 Euro und 24 Monatsraten von nur 15 Euro überall, wo es O2 gibt, erworben werden. Beide Geräte sind mit den O2 Mobilfunktarifen frei kombinierbar. Bei Vodafone gibt es das Pixi Plus für 49,90 im Tarif SuperFlat Internet, im gleichen Tarif kostet der Pre Plus 149,90 Euo.

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